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Von Hippokrates bis Artemis – Frühlingsreise zwischen Kos und Kleinasien

Der Wechsel könnte kaum größer sein:
Wir starten im kalten, grauen Düsseldorf – und landen wenige Stunden später im warmen Licht von Izmir. Vor uns liegen acht Tage zwischen Ägäis und anatolischem Hochland, zwischen antiken Theatern, Weltwundern und weißen Kalkterrassen.

Die neue RSD-Studienreise verbindet zwei Welten: die griechische Insel Kos mit den großen Stätten Kleinasiens. Orte, die in Schulbüchern stehen – Milet, Didyma, Ephesus – und Landschaften, die man eher mit Urlaub verbindet: Meer, Berge, Frühlingsblüten. Was uns erwartet, ist ein Weg durch mehrere Jahrtausende Geschichte – von der griechischen Antike über römische und byzantinische Zeit bis in die Gegenwart.

  • Izmir – Kuşadası
  • Milet – Didyma – Bodrum
  • Kos (Altstadt, Asklepion, Inselrundfahrt)
  • Bodrum (Mausoleum) – Pamukkale
  • Aphrodisias
  • Selçuk – Johannes-Basilika – Artemis-Tempel

Im Folgenden nehmen wir euch mit – Tag für Tag.

Zuvor noch kurz:

Auch wenn der Flughafen von Izmir bei der gleichzeitigen Ankunft mehrerer Maschinen etwas überfordert wirkte, klappte nach diesem ersten Eindruck alles zuverlässig und planmäßig. Transfers, Hotelverteilung und der weitere Ablauf waren gut organisiert und entsprachen dem angekündigten Programm.

Unsere Hotels waren durchweg gut bis sehr gut. Besonders hervorheben möchte ich das direkt am Hafen gelegene Hotel auf Kos – eine ideale Lage mit kurzen Wegen in die Altstadt und Blick aufs Wasser. In Pamukkale überzeugte vor allem das Thermalhotel mit seinem natürlichen heißen Becken, das durch die bunten Felsen ein echter Blickfang und zugleich zu ein wohltuender Ausklang eines intensiven Besichtigungstages war. In der Region Ephesus übernachteten wir im Flora Garden Hotel, das seine Wiederholungsgäste mit einem persönlichen Brief auf dem Zimmer begrüßte – eine schöne Geste.

Begleitet wurden wir von einem fachkundigen Reiseleiter, der historische Zusammenhänge verständlich erklärte und seine Ausführungen mit viel Lokalkenntnis und persönlichem Kolorit ergänzte. Auf Kos selbst führte uns eine einheimische Reiseleiterin – eine bereichernde Perspektive direkt aus der Region.

Wie bei vielen Studienreisen wurden zusätzlich optionale Programmpunkte angeboten. Das sogenannte „Entdeckerpaket“ umfasste unter anderem eine Derwisch-Zeremonie, eine nächtliche Rundfahrt zu Aussichtspunkten über Kuşadası sowie gemeinsame Mittagessen in ausgewählten Fischrestaurants.

Zum festen Bestandteil gehörten wie immer Besuche in einer Teppichmanufaktur mit Großhandel sowie in einem exklusiven Schmuck- und Lederatelier. Ich habe ähnliche Veranstaltungen schon mehrfach besucht und erfahre dennoch immer wieder Neues über Materialien, Handwerk und Tradition. Ob man sich für ein Stück für zu Hause begeistern kann, bleibt selbstverständlich jedem selbst überlassen.

Für alle, die kein Abendessen gebucht haben – im Prinzip findet man Möglichkeiten, unterwegs etwas zu essen oder einzukaufen, doch eigene Vorräte für ein bis zwei Tage sind trotzdem sinnvoll. Wasserkocher, Tee und Kaffee gab es in jedem Hotel, aber auch da schadet eigene Vorsorge nicht. Last but not least – werft eure leeren Flaschen beim Check-in in Izmir nicht weg – am Gate gibt es Trinkbrunnen und Trinkwasser zum Auffüllen vor dem Flug!

Unterm Strich: Das Preis-Leistungs-Verhältnis dieser Reise ist wieder sehr überzeugend, schon wenn man allein die Flugkosten, die Hotels und die nicht zimperlichen Eintrittspreise zu den archäologischen Stätten betrachtet.

Wer sich auf das Konzept einer RSD-Reise einlässt, erhält auch bei dieser wieder viel Geschichte, solide Organisation und bemerkenswert viel Leistung zum kleinen Preis.

Unser Flug von Düsseldorf startet am Nachmittag und landet leider erst am Abend in Izmir. Viel Zeit für erste Eindrücke bleibt daher nicht mehr. Mit dem Bus fahren wir durch die bereits dunkle Landschaft in Richtung Kuşadası. (Video Anreise)

Nach dem Check-in klingt der Tag ruhig aus. Viel mehr steht heute nicht mehr auf dem Programm – morgen beginnt unsere Rundreise dann richtig, mit den ersten großen Stätten der Antike.

Unser erster voller Reisetag führt uns gleich tief in die Welt der Antike. Ziel sind zwei der bedeutendsten Städte Kleinasiens: Milet und Didyma. (Video Tag 2)

Wir starten am Morgen in schönster Frühlingssonne entlang Küste und durch die Berge.

Zuerst besuchen wir Milet, eine der großen Städte der antiken Ägäis. Hier wirkten die Philosophen Thales, Anaximander und Anaximenes, die versuchten, Natur und Welt nicht mehr mythologisch, sondern durch Beobachtung und Denken zu erklären. Besonders eindrucksvoll ist das große Theater, das sich hoch über die Ebene erhebt. Von hier blickt man heute über Felder – in der Antike lag hier jedoch direkt das Meer. Durch Versandung verschob sich die Küstenlinie im Laufe der Jahrhunderte immer weiter nach Westen. Hier ist der Frühling an jeder Ecke spürbar.

Eine kleine Karawanserei am Rande lädt zum Tee.

Das nächste Highlight lässt nicht lange auf sich warten, denn nicht weit entfernt liegt Didyma. Hier erhebt sich der monumentale Apollon-Tempel, einst eine der wichtigsten Orakelstätten der griechischen Welt. Pilger kamen von weit her, um hier den Willen des Gottes zu erfahren. Schon die gewaltigen Säulenreste lassen erahnen, welche Dimension dieses Heiligtum einst hatte. Geplant waren mit 120 m Länge insgesamt 122 Säulen von 25 Metern Höhe. Fertiggestellt wurde der Tempel allerdings nie – hätte man ihn vollendet, hätte er vermutlich sogar dem Artemistempel von Ephesus Konkurrenz um den Rang als Weltwunder machen können.

Am Bafa-See, der malerisch zwischen der Bergen liegt, machen wir eine Pause mit Blick auf ein altes Insel-Kloster.

Am späteren Nachmittag erreichen wir Bodrum, das antike Halikarnassos.

Schon von weitem fällt die mächtige Johanniterfestung St. Peter ins Auge, die bis heute das Bild der Hafenstadt prägt.

Zunächst werfen wir einen Blick auf das hoch über der Stadt liegende antike Theater, das noch einmal an die lange Geschichte dieses Ortes erinnert.

Das berühmte Mausoleum von Halikarnassos, eines der sieben Weltwunder der Antike, müssen wir uns für einen späteren Reisetag aufheben, da es heute geschlossen ist.

Stattdessen schlendern wir durch die Altstadt rund um den Hafen. Noch wirkt vieles wie im Winterschlaf – ruhigere Gassen, weniger Besucher. Man kann jedoch gut erahnen, was hier in den Sommermonaten los ist, wenn die Stadt zum lebhaften Ferienort wird. Aber auch heute ist die Stadt durch ihre viele Street Art bunt und einladend.

Zum Abschluss fahren wir hinauf zu den Ruinen der alten Windmühlen auf dem Hügel über der Stadt. Von hier oben öffnet sich der Blick über Hafen, Festung und Meer – und der Sonnenuntergang taucht Bodrum in warmes Licht.

Am Morgen setzen wir bei spiegelglatter See mit dem Katamaran von Bodrum nach Kos über. Die Überfahrt dauert nicht lange, doch sie führt uns von der türkischen Küste hinüber auf eine der geschichtsträchtigsten Inseln der Ägäis. (Video Tag 3)

Unser Hotel liegt direkt am Hafen – ideal, um die Stadt bequem zu Fuß zu erkunden.

Den Rundgang durch Kos-Stadt unternehmen wir gemeinsam mit einer einheimischen Reiseführerin. Sie kennt nicht nur die historischen Fakten, sondern erzählt auch viele kleine Geschichten aus dem Alltag der Insel.

Unser Weg führt uns durch die Altstadt, in der sich viele Epochen überlagern: antike Überreste, römische Bauwerke, Spuren der byzantinischen Zeit und schließlich die massive Festung der Johanniter, die über dem Hafen wacht. Der Ritterorden errichtete sie im 15. Jahrhundert, um die Insel gegen Angriffe aus dem Osten zu schützen.

Alles ist auch hier noch erstaunlich ruhig. Enge Gassen ziehen sich zwischen alten Häusern hindurch, über vielen Türen ranken Weinreben, dazwischen blühen erste Blumen und Palmen werfen ihre Schatten auf die kleinen Plätze. Vieles scheint noch im Winterschlaf, doch man kann sich gut vorstellen, wie lebhaft es wird, wenn im Sommer die Besucherströme durch die Gassen ziehen. Manche Fassaden tragen einen leicht maroden Charme, der aber gerade den besonderen Reiz dieser alten Hafenstadt ausmacht. Wir gehen in die Markthalle und schnuppern etwas lokales Leben.

Ein besonderer Halt ist die berühmte Platane des Hippokrates. Der Überlieferung nach soll der große Arzt der Antike hier seine Schüler unterrichtet haben. Ob der heutige Baum tatsächlich so alt ist, ist zwar fraglich – doch der Ort erinnert bis heute an den berühmtesten Sohn der Insel. Über die gesamte Stadt verteilt gibt es viele weitere Zeugen der antiken Stadt, wie das Theater oder die Römische Villa.

Am Abend zieht es uns noch einmal hinaus. Von unserem Hotel am Hafen sind es nur wenige Schritte bis zur Festung. Wir wandern durch die Gassen rund um die alten Mauern und genießen die Abendstimmung am Wasser – ein schöner Ausklang unseres ersten Tages auf der Insel.

Auf Hippokrates sind wir bereits am Vortag in der Altstadt von Kos gestoßen, doch man kommt auf der Insel immer wieder auf diesen berühmten Arzt der Antike zurück. Der Ort, an dem seine Lehre besonders lebendig wird, liegt etwas außerhalb der Stadt: das Asklepion von Kos, eines der bedeutendsten Heilheiligtümer der antiken Welt. (Video Tag 4)

Der Tag beginnt ganz entspannt mit einem Frühstück im Sonnenschein am Hafen, mit türkischen Kaffee und kandierten Früchten. Die Boote liegen ruhig im Wasser, die Morgensonne spiegelt sich zwischen den Masten – ein perfekter Morgen.

Dann startet unsere Inselrundfahrt.

Erstes Ziel ist das Asklepion, das auf mehreren Terrassen an einem bewaldeten Hang oberhalb der Stadt liegt. Zwischen antiken Säulen wachsen bunte Frühlingsblumen und von den oberen Ebenen öffnet sich ein weiter Blick über die Landschaft. Ausgerechnet hier erleben wir übrigens den einzigen Regenschauer unserer ganzen Reise – der die Ruinen für einen Moment fast noch eindrucksvoller wirken lässt.

Von hier aus fahren wir weiter ins Inselinnere nach Pyli. Der kleine Ort wirkt zunächst unscheinbar, doch im Zentrum steht ein alter Brunnen, der seit Jahrhunderten Treffpunkt der Dorfbewohner ist. Rund um den Platz wachsen hohe Bäume, deren Schatten den Brunnen fast wie eine kleine grüne Oase wirken lassen.

Hier fällt besonders auf, wie vielfältig die Vegetation auf Kos ist. Zwischen Olivenhainen und Zypressen wachsen Zitronen- und Feigenbäume, Weinreben, Kaktusfeigen und immer wieder wild blühende Frühlingspflanzen. Das milde Klima der Insel sorgt dafür, dass hier schon früh im Jahr vieles grünt und blüht.

Weiter geht es in Serpentinen hinauf in das Bergdorf Zia. Unser Busfahrer steuert das Fahrzeug ruhig durch die engen Kurven der Bergstraße, bis wir den kleinen Ort erreichen. Einige Tavernen, schmale Gassen und eine kleine weiß-blaue Kirche prägen das Bild. Hier legen wir eine Mittagspause ein und genießen den Blick über die Insel.

Zum Abschluss unserer Rundfahrt fahren wir an die westliche Spitze von Kos bei Kefalos.

Neben der Straße steht die alte Windmühle, die heute als kleines Museum genutzt wird.

Die Straße führt noch einmal steil hinauf, bevor sich oben der Blick weit über das Meer öffnet. Vor uns liegen kleine Nachbarinseln, und in der Ferne ist bereits die türkische Küste zu erkennen. Der Wind weht kräftig über die Anhöhe, das Meer glitzert in der Ferne – ein schöner Abschluss unseres Tages auf Kos.

Der Tag beginnt noch einmal ruhig mit Frühstück in der Sonne am Hafen von Kos. Die große Fähre und die ersten Boote verlassen den Anleger, Möwen kreisen über dem Wasser – ein letzter Blick auf die Insel, bevor wir wieder zur türkischen Küste übersetzen.

Eine Stunde später sind wir wieder in Bodrum. Heute steht als Highlight das Mausoleum von Halikarnassos auf dem Programm.

Das beeindruckende Grabmal wurde im 4. Jahrhundert v. Chr. für den karischen Herrscher Mausolos errichtet. Mit einer Höhe von rund 45 Metern und seiner aufwendig gestalteten Architektur galt es in der Antike als eines der prachtvollsten Bauwerke der Welt und wurde später zu einem der sieben Weltwunder gezählt. Der Name „Mausoleum“ für monumentale Grabmäler geht übrigens direkt auf dieses Bauwerk zurück.

Heute sind nur noch wenige Reste erhalten, doch Informationstafeln und Rekonstruktionen helfen dabei, sich die einstige Größe des Bauwerks vorzustellen.

Nach dem Besuch verlassen wir die Küste und fahren ins Landesinnere in Richtung Pamukkale. In den Bergen schneit es. Kurz vor unserem Ziel halten wir an einem der schönsten Aussichtspunkte, von dem sich ein wunterbarer Blick auf die berühmten Sinterterrassen in der Nachmittagssonne eröffnet.

Pamukkale bedeutet übersetzt „Baumwollschloss“ – und tatsächlich wirken die weißen Kalkstufen aus der Ferne fast wie Schnee. Das warme, mineralreiche Wasser der Quellen fließt seit Jahrtausenden über die Hänge und lagert dabei Kalk ab. So entstanden nach und nach die charakteristischen Terrassenbecken, die heute zu den bekanntesten Naturwundern der Türkei gehören.

Der Tag endet im Thermalhotel. Dort können wir selbst in einem natürlichen heißen Becken entspannen, in dem das Wasser die Felsen bunt gefärtbt hat. Schon in der Antike nutzten Menschen die warmen Quellen dieser Gegend – die benachbarte antike Stadt Hierapolis entstand nicht zuletzt wegen dieser heilenden Wasser.

Ein passender Ausklang dieses Tages zwischen Weltwunder und Naturphänomen.

Gleich nach der zeitigen Abfahrt lohnt sich ein Blick aus dem Bus. Über den weißen Sinterterrassen von Pamukkale steigen am frühen Morgen viele Heißluftballons in den Himmel. Die bunten Ballons schweben langsam über den Kalkstufen – ein beeindruckender Anblick, der diesen besonderen Ort noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive zeigt. (Video Tag 6)

Als erster Punkt des Tages steht ein Besuch in einer Teppichmanufaktur auf dem Programm. Hier können wir einer Knüpferin über die Schulter schauen und sehen, mit welcher Geduld und Präzision die traditionellen Muster entstehen. Je nach Qualität und Knotenzahl kann die Herstellung eines Teppichs Monate oder sogar Jahre dauern. Viele der verwendeten Farben stammen bis heute aus pflanzlichen Naturfarbstoffen, eine Technik, die seit Jahrhunderten weitergegeben wird.

Das eigentliche Highlight des Tages erwartet uns jedoch etwas später: die antike Stadt Aphrodisias. Bei Sonnenschein und klirrender Kälte können wir die große antike Stadt, umgeben von schneebedeckten Bergen, fast alleine durchstreifen. Wir waren auf unseren Studienreisen schon einige Male hier und sind doch jedes Mal wieder begeistert, entdecken immer neue Blickwinkel und Details.

Die Stadt war der Göttin Aphrodite gewidmet und gehörte in der römischen Kaiserzeit zu den bedeutendsten Städten Kleinasiens. Besonders bekannt wurde Aphrodisias durch seine Bildhauerschule. Der hochwertige Marmor aus den nahegelegenen Steinbrüchen ermöglichte es den Künstlern, hier eine der berühmtesten Werkstätten der antiken Welt zu entwickeln. Viele Skulpturen aus Aphrodisias fanden ihren Weg in Städte im gesamten römischen Reich.

Beeindruckend ist auch das große Stadion, das zu den am besten erhaltenen der antiken Welt gehört. Rund 30.000 Zuschauer fanden hier Platz – ein Hinweis darauf, wie bedeutend die Stadt einst gewesen sein muss. Auch Theater, Tempelreste und weitläufige Plätze vermitteln noch heute einen guten Eindruck von der Größe dieser antiken Metropole.

Am Abend erreichen wir wieder die Küste. Am Strand beobachten wir, wie die Sonne langsam im Meer versinkt. Am Horizont liegt die griechische Insel Samos, deren Silhouette im Abendlicht sichtbar wird – ein ruhiger Abschluss eines Tages voller Eindrücke. Und als Zugabe können wir den Beginn der morgigen Planetenparade verfolgen. (Video)

Unser letzter voller Reisetag führt uns noch einmal in die Region rund um Selçuk, eines der bedeutendsten historischen Zentren Kleinasiens. (Video Tag 7)

Erster Halt ist die Statue der Maria oberhalb von Ephesus. Von hier eröffnet sich der Blick in die blühende Landschaft.

Ganz in der Nähe befindet sich auch das sogenannte Haus der Maria, das nach christlicher Tradition der Ort sein soll, an dem die Mutter Jesu ihre letzten Lebensjahre verbrachte. Der Überlieferung zufolge soll der Apostel Johannes sie nach der Kreuzigung Jesu nach Ephesus gebracht haben. Heute ist der Ort ein wichtiges Pilgerziel für Christen aus aller Welt.

Anschließend führt uns das Programm noch einmal zu einigen traditionellen Handwerksbetrieben. In einem großen Schmuckatelier werden edle Stücke präsentiert, danach besuchen wir ein Lederatelier. Solche Stopps gehören, wie schon gesagt, zu den Studienreisen dieser Art und geben einen Einblick in lokale Handwerkstraditionen und nebenbei sehr gute Möglichkeiten, ein schönes Stück aus einer riesigen Auswahl zu erwerben.

Danach wird es noch einmal historisch.

Auf dem Ayasoluk-Hügel besuchen wir die Überreste der Johannes-Basilika, die im 6. Jahrhundert unter Kaiser Justinian errichtet wurde. Sie gilt als eine der wichtigsten frühchristlichen Kirchen der Region und soll über dem Grab des Apostels Johannes gebaut worden sein.

Schon am Eingang zeigt ein Modell die Lage zur antiken Stadt Ephesus und dem Artemis-Tempel.

Die Größe der Basilika kann man erst wirklich erfassen, wenn man an den Mauern und Säulen entlang geht.

Gleich daneben erhebt sich die Zitadelle von Selçuk, von der aus man einen weiten Blick über die Ebene hat.

Zum Abschluss steht ein weiteres Weltwunder der Antike auf unserem Programm: der Tempel der Artemis. In der Antike galt er als einer der größten und prächtigsten Tempel der griechischen Welt. Heute erinnert nur noch eine einzelne Säule an dieses einst monumentale Bauwerk. Aber wir erleben ein besonderes Schauspiel – die Störche haben ihr Nest auf der Säule schon bezogen.

Am Abend lassen wir die Reise ruhig ausklingen. Vom Balkon unseres Hotels aus hoffen wir auf klare Sicht – denn angekündigt ist eine Planetenparade am Himmel. Während die Sonne langsam untergeht, erscheinen nach und nach die ersten hellen Punkte über dem Horizont.

Ein passender letzter Blick nach oben nach einer Woche voller Geschichte, bevor es am nächsten Morgen zurück zum Flughafen und von dort nach Hause geht.

Unsere Reise führte uns in wenigen Tagen durch mehrere Jahrtausende Geschichte – von den Heiltraditionen des Hippokrates auf Kos bis zu den großen Tempelanlagen der Antike rund um Ephesus. Antike Theater, Orakelstätten, Weltwunder und Naturphänomene wie die weißen Sinterterrassen von Pamukkale lagen dabei oft nur wenige Fahrstunden voneinander entfernt.

Besonders reizvoll war die Kombination aus Insel und Festland: die entspannte Atmosphäre von Kos mit ihren blühenden Gassen und Blicken über die Ägäis – und auf der anderen Seite die bedeutenden historischen Stätten Kleinasiens.

Dazu kamen viele kleine Momente: Sonnenuntergänge über Bodrum, der Blick von Kefalos über das Meer, das warme Wasser der Thermalquellen von Pamukkale oder die stillen Ruinen von Aphrodisias.

Auch organisatorisch funktionierte die Reise zuverlässig. Gute Hotels, eine kompetente Reiseleitung und ein dichtes, aber gut strukturiertes Programm machten es möglich, in kurzer Zeit viele bedeutende Orte zu erleben.

Am Ende spannt sich tatsächlich ein weiter Bogen von Hippokrates bis Artemis – eine Reise durch Frühling, Geschichte und Landschaften zwischen Kos und Kleinasien.

Doch letztlich hängt auch viel von der Gruppe ab – und vor allen Dingen immer an dem, was man selbst draus macht!

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