Vier bedeutende Klosteranlagen – Dečani, Gračanica, das Patriarchat von Peć und die Kirche der Jungfrau von Ljeviša – bilden gemeinsam das UNESCO-Welterbe „Medieval Monuments in Kosovo“, eingetragen 2004 und aufgrund politischer Spannungen 2006 als gefährdet eingestuft. Sie stehen für die Blüte der serbisch-orthodoxen Kunst und Baukunst im 13. und 14. Jahrhundert, als byzantinische Traditionen und westeuropäische Einflüsse in einzigartiger Weise miteinander verschmolzen.
Besonders das Kloster Visoki Dečani, errichtet als Mausoleum für König Stefan Dečanski, beeindruckt durch seine reiche Marmorarchitektur und die außergewöhnlich gut erhaltenen Fresken – mehr als tausend Figuren zeigen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament. Auch die anderen Anlagen faszinieren mit ihrer Mischung aus romanischen, gotischen und byzantinischen Elementen und zeugen von der künstlerischen Strahlkraft des mittelalterlichen Serbien.
Im Rahmen einer Studienrundreise auf dem Balkan hatte ich die Gelegenheit, zwei der Klöster zu besuchen.
Hier führte uns der zweite Reisetag in den Kosovo – ein kleines, noch junges Land auf dem Balkan, das viele mit Konflikten verbinden, das aber voller kultureller Schätze steckt. Schon kurz nach der Grenze erreichten wir den ersten Höhepunkt: das Kloster Gračanica, ein Meisterwerk spätbyzantinischer Architektur aus dem Jahr 1321, erbaut unter König Stefan Uroš II. Milutin. Die Kirche mit ihrer zentralen Kuppel und den vier kleineren Seitenkuppeln gehört seit 2006 zur UNESCO-Welterbestätte „Medieval Monuments in Kosovo“.




Innen beeindrucken die fast vollständig erhaltenen Fresken mit Szenen aus dem Leben Christi, dem Jüngsten Gericht und zahlreichen Heiligendarstellungen. Sie gelten als Höhepunkt serbischer Sakralkunst des 14. Jahrhunderts. Fotografieren ist im Inneren nicht erlaubt – zu Recht, denn die Atmosphäre lebt von der Ruhe und dem Dämmerlicht, das nur durch schmale Fenster einfällt. Ich habe später einige gemeinfreie Innenaufnahmen gefunden, die die Schönheit dieser Malereien gut wiedergeben. (Bildquelle )



Nach der Besichtigung ging es weiter nach Prizren, einer der schönsten Städte des Kosovos und zugleich spirituelles Zentrum des Landes. Schon bei der Einfahrt fiel die Silhouette mit Minaretten, Kirchtürmen und der alten Steinbrücke über den Fluss Bistrica auf. In der Altstadt liegt die Kirche der Gottesmutter von Ljeviša (Bogorodica Ljeviška) – das zweite Welterbekloster unserer Tour. Ursprünglich im 13. Jahrhundert errichtet, wurde sie im 14. Jahrhundert prachtvoll ausgemalt. Auch sie bewahrt kostbare Fresken byzantinischer Meister. Der Zutritt ist meist nur mit Voranmeldung möglich, Fotografieren auch hier nicht gestattet (anbei einige gemeinfreie Fotos – Quelle).








In Prizren lohnt anschließend ein Stadtbummel durch die hübsche Altstadt – Kopfsteinpflaster, schmale Gassen, bunte Häuser und das Rauschen des Wassers, das sich durch Prizren zieht. Mittelpunkt ist der Shadërvan-Platz mit seinem alten Brunnen, um den sich zahlreiche Straßencafés und Restaurants gruppieren.





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