Madeira im Frühling – die Blumeninsel machte ihrem Namen alle Ehre.
Während in Mitteleuropa noch Grau und Kälte dominierten, empfing uns Madeira mit üppigem Grün, leuchtenden Blüten, dem Rauschen des Atlantiks und angenehm milden Temperaturen (Video).
Als Basis wählten wir eine kleine Ferienwohnung, von der aus wir mit dem Mietwagen flexibel die Insel erkundeten – vom touristischen Hotspot bis zum abgelegenen Bergdorf.
Im Gepäck: Wanderschuhe und Badesachen. Denn Madeira steht für Abwechslung – spektakuläre Levada-Wanderungen durch den Nebelwald, Baden in Naturpools an der rauen Küste und entspannte Nachmittage in kleinen Fischerdörfern. Auch das Frühlingswetter zeigte sich typisch inselhaft: Sonne, Wind und kurze Regenschauer wechselten sich ab und verliehen der Landschaft ihre ganz besondere Athmosphäre.
Unsere Tage waren geprägt von Kontrasten: wilde Steilküsten und ruhige Gärten, belebte Märkte und einsame Hochplateaus, spektakuläre Küstenstraßen und schmale Wege durch die Berge. Madeira erwies sich dabei als erstaunlich vielseitig – eine Insel, auf der sich hinter jeder Kurve neue Eindrücke auftaten (Video).
Allgemeines und Tipps für Madeira
Madeira liegt rund 1.000 Kilometer südwestlich des portugiesischen Festlands im Atlantik und gehört zu den landschaftlich spektakulärsten Inseln Europas. Die Hauptinsel ist etwa 57 Kilometer lang und rund 22 Kilometer breit, wirkt aber deutlich größer, weil sich die Straßen ständig in steilen Kurven durch Täler und über Bergrücken schlängeln. Der höchste Gipfel, der Pico Ruivo, erreicht 1.862 Meter – für eine Insel mitten im Atlantik eine erstaunliche Höhe.
Die Landschaft ist geprägt von steilen Hängen, tief eingeschnittenen Tälern und einer Küste, die vielerorts abrupt ins Meer abfällt. Entsprechend spektakulär sind auch die Straßen: moderne Tunnel wechseln sich mit alten Küstenstraßen ab, die sich in vielen Kurven durch die Berge ziehen. Trotz der geringen Größe sollte man Fahrzeiten nicht unterschätzen – von einer Seite der Insel zur anderen benötigt man je nach Strecke etwa eine bis anderthalb Stunden.
Der Flughafen von Madeira bei Santa Cruz gilt als einer der spektakulärsten Europas. Die Landebahn wurde teilweise auf gewaltigen Betonpfeilern über dem Meer verlängert, sodass Flugzeuge scheinbar zwischen Bergen und Atlantik landen.


Von Deutschland gibt es mehrere Direktverbindungen, außerdem Linienflugverbindungen über Lissabon (Video).
Für die Erkundung der Insel ist ein Mietwagen sehr empfehlenswert. Wer einen Wagen bucht, sollte unbedingt schon zu Hause auf eine Vollversicherung ohne Selbstbeteiligung achten. Vor Ort wird das sonst schnell unangenehm oder teuer.
Enge Straßen und steile Parkplätze sorgen selbst bei aller Vorsicht leicht für kleine Kratzer oder Schrammen. Ein kleineres Auto fährt sich zudem deutlich entspannter, besonders in den schmalen Gassen vieler Orte.





Als Ausgangspunkt bietet sich eine Ferienwohnung oder ein Quartier für mehrere Tage an. Die Insel ist kompakt genug, um viele Ziele von einer festen Basis aus zu erreichen.





Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, von einem Standort aus zu starten – ein kompletter Unterkunftswechsel lohnt sich meist nicht. Wer möchte, kann einmal auf die andere Inselseite wechseln, zwingend nötig ist das aber nicht.
Wichtig ist vor allem die frühe Planung der Tagesausflüge. Viele Wanderungen, Aussichtspunkte und Naturattraktionen sind beliebt, und die Parkplätze sind oft schon am frühen Morgen voll – selbst außerhalb der Hauptsaison. Alternativen gibt es häufig nicht, da viele Startpunkte mitten in den Bergen liegen. Früh starten – oder später nach der ersten Besucherwelle – ist daher sehr sinnvoll.
Kulinarisch hat Madeira einiges zu bieten. Typisch ist die Espetada, ein kräftiger Rindfleischspieß, der traditionell über offenem Feuer gegrillt wird (Video).

Dazu passt ein Glas des berühmten Madeira-Weins, eines aufgespriteten Weins, der schon seit dem 18. Jahrhundert exportiert wird. Sein besonderer Geschmack entsteht durch eine gezielte Erwärmung während der Lagerung – eine Methode, die ursprünglich entstand, weil sich der Wein auf langen Seereisen durch tropische Temperaturen veränderte und dadurch noch haltbarer und aromatischer wurde.

Die kleinen Restaurants, Bäckereien und Cafés in den Dörfern bieten viel Leckeres zu fairen Preisen – und das ganz ohne “Tourie-Aufschlag”.
Für Selbstversorger ist das Einkaufen unkompliziert: In den größeren Orten gibt es gut sortierte Supermärkte, dazu kleine lokale Geschäfte und Märkte mit regionalen Produkten. So lässt sich der Tag nach einer Wanderung auch ganz entspannt auf der Terrasse der Ferienwohnung ausklingen – mit Blick auf den Atlantik und natürlich einem Glas Madeira-Wein.
Unser Besuch auf Madeira
Wir hatten zehn Tage für unseren Besuch und nutzten die Zeit intensiv, um möglichst viele Eindrücke von der Insel zu sammeln.
Natürlich wollten wir möglichst vieles erwandern – das gehört auf Madeira einfach dazu. Leider war eine der bekanntesten Bergwanderungen der Insel, der Gratweg zwischen den höchsten Gipfeln, während unseres Aufenthalts nach winterlichen Hangabrutschen noch gesperrt. Dennoch konnten wir mehrere andere Wanderungen unternehmen und bekamen einen guten Eindruck von der abwechslungsreichen Landschaft der Insel.
Ein unerwartetes Highlight unserer Reise war das traditionelle Blumenfest, das Anfang Mai stattfindet.

In vielen Orten waren Straßen und Plätze festlich geschmückt, in der Hauptstadt lockte der große Blumenmarkt.
Wusstet ihr, dass man hier im Mai sogar frische Bananen direkt von der Staude essen kann?
Natürlich badeten wir auch in den Lavapools an der Küste, die für uns zu den schönsten Naturbadeplätzen der Insel gehörten.
Im Folgenden geben wir euch Eindrücke von unseren Wanderungen in den Bergen und entlang der Levadas, von Ausflügen an die Küste sowie von einigen Städten und Dörfern, die wir während unserer Reise auf Madeira besucht haben.
Wanderungen auf der Insel
Madeira ist ein ideales Ziel für alle, die gern zu Fuß unterwegs sind. Ein großer Teil der Insel lässt sich wandernd entdecken – in den Bergen des Inselinneren, entlang der Küste oder auf schmalen Wegen neben den historischen Wasserkanälen, den Levadas.
Im Inselinneren führen viele Wege durch eine eindrucksvolle Berglandschaft mit tief eingeschnittenen Tälern und steilen Gipfeln. Immer wieder öffnen sich weite Ausblicke über die Insel oder hinaus auf den Atlantik. Das Gelände ist teils anspruchsvoll, doch viele der gut ausgebauten Wanderwege sind auch für normale Tageswanderungen geeignet.
Ganz anders präsentiert sich die Küste. Hier verlaufen Wege hoch über dem Meer entlang der Steilküste oder durch schroffe Vulkanlandschaften. Besonders an der Ostspitze zeigt sich Madeira deutlich trockener und karger als im grünen Inselinneren.
Eine Besonderheit Madeiras sind die Levadas – historische Bewässerungskanäle, die seit Jahrhunderten Wasser aus den regenreichen Bergregionen in die landwirtschaftlich genutzten Gebiete leiten. Entlang dieser Kanäle entstanden schmale Pfade, die heute zu den beliebtesten Wanderwegen der Insel gehören. Sie führen oft nahezu eben durch Täler, entlang steiler Hänge oder durch kurze oder auch lange Tunnel im Fels.
Ganz besondere Wege verlaufen durch den berühmten Lorbeerwald Madeiras, einen dichten, immergrünen Wald, der häufig im Nebel liegt. Dieses einzigartige Ökosystem prägt große Teile der höheren Lagen der Insel und sorgt für eine üppige Vegetation mit Farnen, Moosen und alten Lorbeerbäumen.
Miradouro Ponta do Furado
Unsere erste Bekanntschaft mit den Gegebenheiten der Insel, der üppigen Vegetation, den Wanderungen und vor allen Dingen der Parkplatzsuche, machten wir kurz nach unserer Ankunft in der Nähe des Flughafens. In der Nähe des Flughafens starteten wir zu einem Aussichtspunkt an der Ostspitze der Insel.
Nach einer halben Nacht im Flieger und der anderen halben im Auto – wir wollten wegen der Tiere nicht im Dunkeln durch die Wälder fahren, was sich später als gute Entscheidung erwies – hatten wir uns dabei wohl gleich etwas überschätzt. Nichtsdestotrotz: Die Wanderung und der Ausblick waren die Mühe absolut wert! (Video und Wanderung auf komoot)
Die Wanderung zur Ponta do Furado führt über die Halbinsel Ponta de São Lourenço im äußersten Osten Madeiras. Die rund 7–8 km lange Strecke (hin und zurück) überwindet etwa 400 Höhenmeter und verläuft über mehrere Hügel. Die Landschaft unterscheidet sich stark vom grünen Inselinneren: Statt Lorbeerwald prägen rötliche Vulkanfelsen, niedrige Vegetation und steile Klippen das Bild. Am Ende erreicht man die Ponta do Furado, den östlichsten Punkt der Insel, mit weiten Blicken über den Atlantik.












Levada do Risco das 25 Fontes
Natürlich führte uns unser erster Ausflug von unserer Ferienwohnung im Westen der Insel aus zu einer der berühmten Levadas. Wanderungen entlang der jahrhundertealten Wasserkanäle gehören auf Madeira einfach zu den großen Highlights. Dabei sollte man auf einiges gefasst sein: lange, nasse und dunkle Tunnel, Wasserfälle, schmale Wege und tiefe Schluchten gehören fast immer dazu. Dafür wird man mit einer Wanderung durch einen fast märchenhaften Zauberwald belohnt (Video und Tour auf komoot).
Die Levada das 25 Fontes gehört zu den beliebtesten Wanderungen im Gebiet von Rabaçal im Westen Madeiras. Der etwa 9 km lange Weg (hin und zurück) verläuft mit rund 300 Höhenmetern durch dichte, grüne Vegetation entlang der historischen Levadas. Ziel der Wanderung ist ein kleiner Talkessel, in dem zahlreiche Wasserfälle aus den Felsen in eine Lagune stürzen – die namensgebenden „25 Quellen“. Besonders nach Regen wirkt dieser Ort mit den vielen herabfallenden Wasserfäden wie ein natürliches Amphitheater aus Wasser und Fels.















Levada da Ribeira da Janela
Diese rund 12 km lange Wanderung führt auf schmalen Stegen am steilen Abgrund entlang der Levada da Ribeira da Janela. Spektakuläre Ausblicke auf die Nordküste, üppige Vegetation und nasse Durchgänge unter den Wasserfällen wechseln sich ab (Video und Tour auf komoot).














Aufstieg auf den Pico Ruivo
Ein Aufstieg auf den Pico Ruivo gehört zu den großen Highlights Madeiras. Schon allein wegen der begrenzten Parkmöglichkeiten waren wir früh am Morgen gestartet. Unser Aufstieg begann bei Sonnenschein, der uns begleitete und die Landschaft in ein warmes Licht tauchte. Je höher wir kamen, desto mystischer wurde die Atmosphäre: Wolken stiegen aus dem Tal auf und hüllten den Gipfel langsam ein. Der Aufstieg war durchaus eine kleine Herausforderung, aber es hat sich gelohnt! Die Natur hier ist beeindruckend – mit steilen Felswänden, tiefen grünen Tälern und ständig wechselnden Ausblicken, fühlte es sich an, als wären wir in einer anderen Welt (Video und Wanderung auf komoot).
Der Pico Ruivo ist mit 1.862 Metern der höchste Berg Madeiras und liegt im zentralen Bergmassiv der Insel. Von seinem Gipfel eröffnen sich bei klarer Sicht beeindruckende Ausblicke über die zerklüftete Berglandschaft und oft auch über ein Wolkenmeer unterhalb der Gipfel. Er ist über mehrere Wanderwege erreichbar, am beliebtesten ist der kürzere Aufstieg von Achada do Teixeira. Eine spektakuläre Gratwanderung verbindet den Pico Ruivo außerdem mit dem Pico do Arieiro, einer der bekanntesten Bergtouren der Insel (bei unserem Besuch leider gesperrt).














Pico do Ariero
Fast noch beeindruckender – und auf Instagram wohl noch häufiger gezeigt – die Wanderung zum Pico do Ariero. Fantastisches Wetter, phänomenale Landschaft und grandiose Ausblicke machten diese Tour zu etwas ganz besonderem. Da wir nicht zum Sonnenaufgang unterwegs waren, begegneten uns zudem vergleichsweise wenige Menschen – kurz und gut: ein unvergessliches Erlebnis (Video und Tour auf komoot).
Der Pico do Arieiro ist mit 1.818 Metern der dritthöchste Gipfel Madeiras und einer der wenigen Berge der Insel, die direkt über eine Straße erreichbar sind. Von der Aussichtsplattform nahe dem Parkplatz bieten sich beeindruckende Blicke über die schroffen Bergkämme des Inselinneren. Besonders beliebt ist der Ort bei Sonnenaufgang, wenn sich die Gipfel oft über einem Meer aus Wolken erheben. Von hier startet auch die berühmte Gratwanderung zum Pico Ruivo, die zu den spektakulärsten Bergtouren Madeiras zählt.















Lorbeerwald von Fanal
Die wohl mystischsten Wanderungen auf Madeira führen durch den berühmten Lorbeerwald (hier geht es zum Beitrag über dieses UNESCO-Welterbe). Wer – wie wir – am frühen Morgen startet, kann den Wald in ganz besonderer Stimmung erleben. Der Nebel, der sich zwischen den uralten Bäumen hindurchschob, verlieh der Landschaft eine beinahe märchenhafte Atmosphäre. Es war, als würden wir durch eine andere Welt wandern – still, friedlich und voller Geheimnisse (Video und Tour auf komoot).













Balcões in Ribeiro Frio
Der Balcoes Aussichtspunkt liegt inmitten des Laurisilva-Waldes. Schon der kurze Weg dorthin führt durch üppige Vegetation und macht die kleine Wanderung zu einem besonderen Erlebnis. Oben angekommen, eröffnet sich ein atemberaubender Blick auf die grünen Täler und die majestätischen Berge Madeiras. An klaren Tagen kann man sogar bis zum Meer blicken (Video).










Die spektakuläre Nordküste
Lavapools von Porto Moniz
Unsere Unterkunft war oberhalb Porto Moniz gelegen. Deshalb unternahmen wir eine unserer ersten Wanderungen zu den Lavapools. Auf dem Weg über den alten Pfad durch die Terrassenfelder mussten wir schmerzlich erkennen, wie steil die Insel ist und dass die Straße aus gutem Grund so viele Serpentinen hat. Aber das Badeerlebnis war die Mühe allemal wert (Video und Tour auf komoot).


















Praia da Ribeira da Janela
Eine im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubende Wanderung führt steil hinunter durch grüne Weinberge bis zum Strand, an dem zwei markante Felsen im Meer stehen. Diese Felsen, bekannt als „Ilhéus da Ribeira da Janela“, sind ein Wahrzeichen der Nordküste Madeiras und bieten ein beeindruckendes Fotomotiv. Die Steigungen auf den alten Pfaden erreichen bis zu 30 Prozent – und machen die Tour zu einer echten Herausforderung (Video und Tour auf komoot).












In der Nähe befindet sich außerdem ein Wasserkraftwerk, das 1965 errichtet wurde, um den steigenden Strombedarf der Insel zu decken. Es nutzt das Wasser der Levadas zur Energiegewinnung und ist ein Beispiel für die konsequente Nutzung natürlicher Ressourcen auf Madeira (Video).
Wenn man mit dem Auto entlang der Nordküste unterwegs ist, findet man selbst bei schlechtem Wetter tolle Stopps, z.B. an den hohen Wasserfällen, die direkt neben der Straße ins Tal stürzen (Video).






Badebucht und Ruinen von São Jorge
Der Strand von São Jorge ist ein Ort, an dem die Zeit stillzustehen scheint. Von der ehemaligen Zuckerrohrmühle aus dem 16. Jahrhundert ist heute fast nur noch ein markanter Torbogen übrig. Gerade dieser bildet jedoch ein perfektes Fenster für Fotos zum Atlantik. An der Flussmündung hat das Wasser zudem – neben dem Pool des Hotels – ein natürliches Badebecken geschaffen.







Entlang der Südküste
Bananenplantage in Madalena do Mar
Bei einem Spaziergang durch die wunderschöne Bananenplantage in Madalena do Mar erfährt man einiges über den Anbau und die Ernte der Inselbananen zu erfahren. Die kleinen, süßen Madeira-Bananen wachsen hier auf Terrassen direkt am Meer, geschützt durch das milde Klima der Südküste. Zwischen den Plantagen führen schmale Wege hindurch, auf denen man gut spazieren kann. Besonders im Frühling hängen vielerorts reife Bananenstauden, und an kleinen Ständen werden die Früchte frisch verkauft (Video und noch mehr Eindrücke).







Der Ort lockt mit einem schwarzen Sandstrand zur Badepause und mit etwas Glück kann man Gleitschirmflieger vom Kliff aus starten sehen.



Die Südküste hat einige weitere Wander- und Besichtigungsspots zu bieten (Video).
Engenho da Calheta
Madeira ist einer der wenigen Orte in Europa, wo noch traditionell Zuckerrohr angebaut und verarbeitet wird. In der historischen Brennerei von Engenho da Calheta kann man neben der historischen Technik zur Zuckerrohrverarbeitung den Duft von frisch destilliertem Rum einatmen – und natürlich verkosten.







Leuchtturm und mehr
Am westlichsten Punkt Portugals steht der Leuchtturm Farol da Ponta do Pargo, wo man nach dem Besuch die fantastische Aussicht genießen kann.








Am Miradouro da Boa Morte steht neben der Schaukel vor dem Abhang eine versteckte kleine Kapelle.
Auf eine Fahrt mit dem Teleférico das Achadas da Cruz, einer Touristenattraktion an der Südküste, haben wir verzichtet, weil es uns das Anstellen am Parkplatz nicht wert war.
Funchal
Natürlich gehört zum Madeira-Besuch ein Spaziergang durch die Altstadt von Funchal (Video).
Funchal ist die Hauptstadt Madeiras und mit rund 100.000 Einwohnern die größte Stadt der Insel. Zählt man die umliegenden Orte im Ballungsraum hinzu, lebt hier fast die Hälfte der Inselbevölkerung – entsprechend lebendig wirkt die Hauptstadt im Vergleich zu den oft ruhigen Dörfern im Inselinneren. Die Stadt liegt in einer großen Bucht an der Südküste und zieht sich vom Hafen und der Promenade bis weit in die grünen Berghänge hinauf. Vom Hafen aus fährt außerdem eine Seilbahn hinauf nach Monte, von wo sich ein schöner Blick über die Stadt und die Bucht öffnet.
Die Rua de Santa Maria lockt nicht nur mit Restaurants und Cafés, sondern auch mit ihren bunt bemalten Türen. Sie entstanden im Rahmen eines Kunstprojekts, dem “Projeto artE pORtas abErtas” (“Art of Open Doors), das die historische Altstadt neu beleben sollte – und der Straße heute ihren ganz besonderen Charme verleiht.







Die Kathedrale Sé von Funchal stammt aus dem späten 15. Jahrhundert und gehört zu den ältesten Bauwerken der Stadt. Von außen wirkt die Kirche eher schlicht, doch im Inneren fällt besonders die kunstvoll geschnitzte Holzdecke aus Zedernholz im Mudéjar-Stil auf. Sie entstand in einer Zeit, in der Madeira durch den Zuckerhandel zu Wohlstand kam.






Unweit der Kathedrale befindet sich die kleine Capela do Corpo Santo, eine schlichte Kapelle aus dem 15. Jahrhundert. Sie war ursprünglich die Kirche der Fischer und Seeleute, die hier vor ihren Fahrten auf den Atlantik beteten.


Der Blumenmarkt war natürlich zum Blumenfest besonders groß und eindrucksvoll.












In der Markthalle Mercado dos Lavradores werden Obst, Blumen, Gemüse, Fisch und Gewürze angeboten– ein lebhafter Ort, der viel vom Alltag auf Madeira zeigt. Besonders bekannt ist der Markt für seine exotischen Früchte und farbenprächtigen Blumenstände.
Wir beendeten unseren Rundgang mit einigen Impressionen aus den blühenden Straßen und genossen einen Kaffee an der Promenade, wo es gegen Abend wieder ruhiger wird . Von der Promenaden kann man den Blick über den Hafen und die abendlich beleuchtete Bucht schweifen lassen und den Blick auf den Atlantik ganz besonders erleben.








Resümee
Madeira ist wunderschön und auf jeden Fall eine Reise wert. Aber – leider denken das inzwischen offenbar zu Viele. Aus unserer Sicht ist die kleine Insel ist auf diesen Ansturm nicht adäquat vorbereitet. Es gibt zu wenige Parkplätze für die vielen Mietwagen, zu wenige Toiletten und selbst die Restaurants an den Hotspots haben ihre Öffnungszeiten nicht an den Rhythmus der Besucher angepasst.
Zeitiges Aufstehen, anstrengende Fahrten im Dunklen durch den Nebel, Anstehen an den Parkplätzen gehören damit mitunter dazu. Hat man dieses Nadelöhr jedoch überwunden hat, wird man mit atemberaubend schönen Wanderungen belohnt – und entlang vieler Levadas verläuft sich auch der Andrang auch schnell wieder.
Wir hatten eine sehr hübsche Unterkunft, sind meist in kleinen Dorf-Restaurants eingekehrt und hatten bei unserem Mietwagen das Glück, clever gebucht zu haben.
Wer Madeira mit etwas Planung angeht, findet auf Madeira eine Insel mit erstaunlich vielfältigen Möglichkeiten für Aktivitäten, Naturerlebnisse und Erkundungen.

Schreibe eine Antwort