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Zwischen Heide, Damenstiften und gelebter Tradition

Niedersachsen nimmt innerhalb der deutschen Klosterlandschaft eine besondere Stellung ein. Auffällig sind vor allem die zahlreichen Frauenklöster, die nach der Reformation nicht aufgehoben, sondern als evangelische Damenstifte weitergeführt wurden. Dadurch blieb hier eine Form klösterlicher Tradition erhalten, die in Deutschland nahezu einzigartig ist. Sie werden von der Klosterkammer Hannover, gegründet 1818 durch den Prinzregenten Georg (den späteren König Georg IV. von Großbritannien und Hannover) verwaltet. Dies ist keine kirchliche Einrichtung, sondern eine staatliche Sonderbehörde des Landes Niedersachsen mit eigenem Vermögen.

Die Klöster liegen meist ruhig und unaufgeregt: in kleinen Städten, an Flüssen oder mitten in der Heidelandschaft. Orte wie Wienhausen, Lüne, Ebstorf, Isenhagen, Walsrode oder Mariensee zeigen, wie vielfältig diese Entwicklung verlief. Viele Anlagen werden bis heute von Konventualinnen bewohnt, andere dienen zusätzlich als Museen, Bildungsstätten oder Pilgerorte. Gemeinsam ist ihnen, dass sie nicht nur historische Denkmäler, sondern weiterhin genutzte Lebensorte sind.

Wer Niedersachsens Klöster besucht, entdeckt weniger spektakuläre Monumente als eine außergewöhnliche Kontinuität. Hinter Fachwerkfassaden, Klostermauern und alten Kirchen hat sich eine Tradition erhalten, die andernorts längst verschwunden ist. Gerade diese Mischung aus Geschichte, Gegenwart und gelebtem Alltag macht die niedersächsische Klosterlandschaft so besonders.

BundeslandOrtKlosterOrdenWas ist erhalten / erlebbarWebsite / InfoHinweis
NiedersachsenWalkenriedKloster WalkenriedZisterzienserRuinen, Klausur, Museumhttps://www.kloster-walkenried.deUNESCO-Welterbe
Niedersachsen LoccumKloster LoccumZisterzienserGeschlossene Klosteranlage, Kirchehttps://www.kloster-loccum.deEvangelisches Kloster
NiedersachsenWienhausenKloster WienhausenZisterzienserinnenGroße Klosteranlage, Kirchehttps://www.kloster-wienhausen.deLüneburger Kloster
NiedersachsenEbstorfKloster EbstorfBenediktinerinnenKlosteranlage, Kirchehttps://www.kloster-ebstorf.deEbstorfer Weltkarte, Lüneburger Kloster
NiedersachsenIsenhagenKloster IsenhagenZisterzienserinnenKlosteranlage mit Fachwerkhttps://www.kloster-isenhagen.deLüneburger Kloster
NiedersachsenMedingenKloster MedingenBenediktinerinnenKlosteranlage, Kirchehttps://www.kloster-medingen.deLüneburger Kloster
Niedersachsen WalsrodeKloster WalsrodeZisterzienserinnenGroße Anlage, Kirchehttps://www.kloster-walsrode.deLüneburger Kloster
Niedersachsen MarienseeKloster MarienseeZisterzienserinnenKlosteranlagehttps://www.kloster-mariensee.deLüneburger Kloster
NiedersachsenLüneburgKloster LüneBenediktinerinnenVollständige Klosteranlagehttps://www.kloster-luene.deBedeutendes Frauenkloster
Niedersachsen HildesheimMichaelis-klosterBenediktinerKirche, Umfeld, Stadtbezughttps://www.st-michaelis.deUNESCO-Welterbe
NiedersachsenHildesheimKloster MarienrodeBenediktinerKlosteranlage, Kirchehttps://www.kloster-marienrode.deAktives Kloster
NiedersachsenBad GandersheimStift GandersheimKanonissen-stiftStiftskirche, Stiftsbezirkhttps://www.stift-gandersheim.deStift, kein Kloster
NiedersachsenGoslarKloster NeuwerkBenediktinerKirche und Anlagehttps://www.kloster-neuwerk.deStadtnah, Garten
Niedersachsen HelmstedtKloster St. LudgeriBenediktinerKirche, Umfeldhttps://www.st-ludgeri-helmstedt.deFrüher Missions-standort
Niedersachsen HannoverKloster MarienwerderZisterzienserKirche, Umfeldhttps://www.marienwerder.deKlosterkirche, Landschafts-park
NiedersachsenVerden Domstift VerdenDomstiftDomhttps://www.domverden.deStift, kein Kloster
NiedersachsenStade Kloster StadeBenediktinerKeine geschlossene Anlagehttps://www.stade.deHistorischer Ort
NiedersachsenBraunschweig Riddags-hausenAegidien-kloster Riddags-hausenÄgidienklosterKirche, Gartenhttps://www.aegidienmarkt-bs.deKloster-rensemble
NiedersachsenVienenburgWöltingerodeBenedikti-nerinnen/Zisterzien-serinnenKirche, Klausur, Brennereihttps://www.woeltingerode.de/Kloster, Hotel, Brennerei

Walkenried habe ich bereits vor einigen Jahren auf meiner Tour durch das UNESCO-Welterbe im Oberharz besucht (Link). Damals regnete es – eigentlich gar kein schlechtes Wetter für einen Klosterbesuch.

Hinter den alten Mauern konnte ich in Ruhe durch den eindrucksvollen gotischen Kreuzgang, die ehemaligen Klosterräume und bis zum Brunnenhaus gehen.

Besonders der doppelschiffige Nordflügel des Kreuzgangs ist ungewöhnlich und gehört heute zu den Wahrzeichen Walkenrieds. Er gilt als eine architektonische Besonderheit der gotischen Klosteranlage.

Von der einst riesigen Klosterkirche stehen heute nur noch Teile der Mauern. Umso geschlossener wirkt die erhaltene Klausur mit Kreuzgang, Kapitelsaal, Brüdersaal und Brunnenhaus.

Im Museum wird nicht nur vom geistlichen Alltag der Zisterzienser erzählt. Besonders interessant fand ich die wirtschaftliche Seite des Klosterlebens. Walkenried war im Mittelalter ein großes Unternehmen mit Landwirtschaft, Handel und Bergbau – in der Ausstellung augenzwinkernd als „Weißer Konzern“ bezeichnet. Ende des 13. Jahrhunderts gehörten Agrar- und Montanwesen zu den wichtigsten Geschäftsfeldern des Klosters.

Und genau hier führt die Geschichte weit über die Klostermauern hinaus. Die Zisterzienser nutzten ihr Wissen über Wasserbau für ihre Bergbau- und Teichwirtschaft und schufen damit wichtige Grundlagen für die spätere Oberharzer Wasserwirtschaft. Deshalb gehört Walkenried seit 2010 gemeinsam mit dem Rammelsberg, der Altstadt von Goslar und der Oberharzer Wasserwirtschaft zum UNESCO-Welterbe.

Walkenried ist deshalb für mich mehr als eine schöne Klosterruine. Hier lässt sich besonders gut erkennen, dass die mittelalterlichen Klöster nicht nur Orte des Gebets waren. Die Zisterzienser waren Landwirte, Unternehmer und Techniker – und haben damit eine ganze Region geprägt.

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  • Orden: Zisterzienser
  • Gründung: 1127
  • Aufhebung: 16. Jahrhundert; das Klosterleben endete infolge von Reformation, Bauernkrieg und wirtschaftlichem Niedergang
  • Erhalten: gotische Klausur mit Kreuzgang, Kapitelsaal, Brüdersaal und Brunnenhaus; Ruine der großen Klosterkirche
  • Besonderheit: doppelschiffiger Kreuzgang, Teil des UNESCO-Welterbes
  • Hinweis: Enge Verbindung zum mittelalterlichen Bergbau, Zisterzienser-Museum und Welterbe-Infozentrum

Kloster Loccum wurde 1163 als Zisterzienserkloster gegründet und zählt zu den größten und geschlossensten Klosteranlagen Niedersachsens. Die weitläufige Anlage mit Kirche, Kreuzgang und Wirtschaftsgebäuden ist bis heute gut erhalten. Nach der Reformation wurde das Kloster als evangelisches Stift weitergeführt und ist bis heute ein aktiver geistlicher Ort.

Schon die Anfahrt führt durch ruhige grüne Landschaft. Hinter dem Kloster liegt ein idyllischer Teich, von dort gelangt man zum Pilgerhaus und weiter in den eigentlichen Klosterbereich. Die Gebäude – in hellem Stein und Fachwerk – wirken lebendig genutzt.

Besonders schön ist der Kreuzgang, den man von der Kirche aus erreichen und gut erkunden kann, ebenso das historische Refektorium. Die Kirche ist schlicht und in Teilen erneuert, ebenso die moderne Klosterbibliothek.

Heute ist Loccum ein offener Ort mit Veranstaltungen, Konzerten, Pilgerangeboten und Gottesdiensten, ergänzt durch Klosterladen, Weltladen und Klosterstube – ein Treffpunkt für Pilger, Besucher, Wanderer und Radfahrer.

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  • Orden: Zisterzienser
  • Gründung: 1163
  • Aufhebung: keine vollständige Aufhebung
  • Erhalten: Vollständige Klosteranlage mit Kirche
  • Besonderheit: Evangelisches Kloster seit dem 16. Jahrhundert
  • Hinweis: Geistliches und kulturelles Zentrum

Schon die Ankunft war angenehm unkompliziert. Direkt neben dem Kloster befinden sich die Tourist-Information und ein Hotel, außerdem führt der Jakobsweg an der Anlage vorbei. Dieses Kloster präsentiert sich offen für seine Besucher – die Kirche war geöffnet, informative Flyer erklärten die Geschichte des Klosters und seiner Gebäude. So konnte ich mich auch ohne Führung gut orientieren.

Wienhausen gehört zu den am besten erhaltenen Klöstern Niedersachsens. Hinter den alten Mauern verbergen sich einige außergewöhnliche Kunstschätze, darunter mittelalterliche Bildteppiche, Wandmalereien und die berühmten Glasperlenböden. Sie können meist nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Allein die geöffnete Kirche und das interessante Gelände machen aber schon Lust, mehr über diesen Ort zu erfahren. [Video]

Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster wurde im 13. Jahrhundert gegründet und nach der Reformation als evangelisches Damenstift weitergeführt. Bis heute leben hier Konventualinnen.

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  • Orden: Zisterzienserinnen
  • Gründung: 1230
  • Aufhebung: 1530
  • Erhalten: Große Klosteranlage mit Kirche
  • Besonderheit: Umfangreiche mittelalterliche Ausstattung
  • Hinweis: Lüneburger Klöster

Schon die Anfahrt nach Ebstorf hat mir gefallen. Das Kloster liegt ruhig am Ortsrand, umgeben von alten Bäumen und historischen Gebäuden. Leider war ich wieder einmal am falschen Tag zur falschen Zeit hier. Kirche und Kloster können nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Ebstorf bis heute ein evangelisches Damenstift, in dem noch Konventualinnen leben. So blieb mir nur der Blick von außen. [Video]

Im Durchgang entdeckte ich jedoch ein großes Plakat mit der berühmten Ebstorfer Weltkarte und vor der Kirche weitere Fotos. Spätestens da war klar, dass ich etwas verpasst hatte. Die Weltkarte machte das Kloster weit über Deutschland hinaus bekannt. Sie entstand um 1300 vermutlich im Kloster Ebstorf und stellte die damals bekannte Welt nicht als Landkarte im heutigen Sinn dar, sondern als christliches Weltbild (mehr hier). Das Original verbrannte 1943 in Hannover, erhalten geblieben sind jedoch Fotografien und eine originalgetreue Rekonstruktion.

Auch ohne Führung hat mir der Rundgang gefallen. Für mich ist das einer der Orte, an die ich gerne noch einmal zurückkehren möchte – dann aber zur rechten Zeit für eine Führung.

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  • Orden: Benediktinerinnen
  • Gründung: 1160
  • Aufhebung: 1529
  • Erhalten: Klosteranlage und Kirche
  • Besonderheit: Ebstorfer Weltkarte
  • Hinweis: Lüneburger Klöster

Mein erster Eindruck war ehrlich gesagt etwas ernüchternd. Das Klosterhofmuseum dauerhaft geschlossen, die Kirche ebenfalls zu, und auch die Ausschilderung hätte etwas besser sein können. Ich machte trotzdem einen Rundgang über das Gelände und stellte schnell fest, dass sich das Durchhalten gelohnt hatte.

An einer Seitenpforte entdeckte ich nämlich weitere Informationen mit einem QR-Code. Siehe da: Es werden regelmäßig Führungen angeboten. Wie in den anderen fünf Lüneburger Klöstern leben hier noch Konventualinnen. Sie führen ihren eigenen Haushalt, treffen sich aber zu Gottesdiensten und gemeinsamen Veranstaltungen. Genau das macht diese Klöster so besonders – sie sind keine Museen, sondern Orte mit einer lebendigen Geschichte. [Video]

Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster wurde im 13. Jahrhundert gegründet und nach der Reformation als evangelisches Damenstift weitergeführt. Vieles blieb mir leider an diesem Tag verborgen, doch das war ich ja inzwischen besonders von den Stiften gewöhnt.

Rund um das Kloster laden dafür ein idyllischer Teich und das nahe Otter-Zentrum zu einem längeren Aufenthalt ein.

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  • Orden: Zisterzienserinnen
  • Gründung: 1243
  • Aufhebung: 1530 – evangelisches Damenstift
  • Erhalten: Geschlossene Klosteranlage
  • Besonderheit: Fachwerkensemble
  • Hinweis: Lüneburger Klöster

Von außen unterscheidet sich Kloster Medingen deutlich von den anderen Lüneburger Klöstern. Statt Backstein und Fachwerk prägen helle klassizistische Gebäude das Bild. Während der Führung habe ich erfahren, warum: Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1781 wurde die Anlage fast vollständig neu aufgebaut. Das verleiht Medingen einen eher schlossartigen Charakter.

Medingen ist als eines der Lüneburger Klöster noch von Stiftsdamen bewohnt und deshalb nur für Führungen zugänglich. Beeindruckend ist die Kirche mit dem erhöhten Nonnenchor, von dem aus die Stiftsdamen bis heute an den Gottesdiensten teilnehmen. Im großen Festsaal finden regelmäßig Konzerte statt. Eine eingerichtete Musterwohnung einer Stiftsdame zeigt, wie die Konventualinnen heute in einem evangelischen Damenstift leben. [Video]

Die Geschichte des Klosters begann im 13. Jahrhundert als Zisterzienserinnenkloster. Die Nonnen vervielfältigten und illustrierten Schriften und begründeten damit den Reichtum des Klosters. Noch heute besitzt es wertvolle mittelalterliche Handschriften, Textilien und Kunstschätze.

In Medingen kann man erfahren, wie sich ein Kloster über die Jahrhunderte verändert und trotzdem seine Tradition bewahrt hat.

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  • Orden: Zisterzienserinnen
  • Gründung: 1228
  • Aufhebung: 1529 – Umwandlung in evangelisches Damenstift
  • Zerstörung durch Brand 1781; Wiederaufbau 1788-1804 im frühklassizistischen Stil
  • Erhalten: Klosteranlage, Kirche und Festsaal
  • Besonderheit: Bedeutendes Skriptorium
  • Hinweis: Lüneburger Klöster

Kloster Walsrode wurde im Jahr 986 gegründet und zählt zu den ältesten und einst größten Frauenklöstern Norddeutschlands. Nach der Reformation wurde es als evangelisches Damenstift weitergeführt und besteht bis heute fort. Die weitläufige Anlage lässt die Dimensionen des ehemaligen Konvents noch gut erkennen.

Der Zugang erfolgt durch ein markantes Klostertor – und dahinter öffnet sich eine überraschend ruhige, fast abgeschlossene Welt. Backstein und Fachwerk prägen das Bild und verleihen der Anlage eine besondere, fast romantische Atmosphäre.

Im Inneren des Klosters beeindruckt neben den bunten Gängen vor allem die barocke Kapelle. Ihre Ausstattung stammt überwiegend aus dem 17. und 18. Jahrhundert; besonders die Namenstafeln und Inschriften der Stiftsdamen, die hier lebten, geben dem Raum eine sehr persönliche Prägung.

Die große Kirche liegt etwas abseits und wirkt dagegen eher wuchtig und fast schmucklos.

Bei meinem Besuch an einem sonnigen Sonntagnachmittag war es überraschend ruhig, viele Gebäude und die langen Gänge wirkten wenig genutzt – gerade das verstärkte den Eindruck eines Ortes zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

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  • Orden: Zisterzienserinnen
  • Gründung: 986
  • Aufhebung: in evangelisches Stift umgewandelt, besteht bis heute
  • Erhalten: große Klosteranlage
  • Besonderheit: sehr frühe Gründung
  • Hinweis: Lüneburger Klöster

Kloster Mariensee wurde im Jahr 1207 als Zisterzienserinnenkloster gegründet und entwickelte sich zu einem bedeutenden geistlichen Ort in der Region. Nach der Reformation wurde es – wie viele Klöster in Niedersachsen – nicht aufgehoben, sondern als evangelisches Damenstift weitergeführt. Die Anlage ist bis heute in ihrer klaren Struktur mit Kirche, Kreuzgang und Wirtschaftsbereichen gut erkennbar.

Die Anfahrt führt durch die ruhige Landschaft am Steinhuder Meer bis in den kleinen Ort Mariensee. Vor Ort fand ich das Kloster ins Dorfleben integriert. Ich musste eine Veranstaltung in den Kirche abwarten, bevor ich sie besichtigen konnte.

Der sich anschließende Kreuzgang umschließt den Hof und führt zu den Pilger- und Gästezimmern. Dahinter liegt das gartenensemble, das man zu den Öffnungszeiten ebenfalls besichtigen kann. Es zeugt von der langen Tradition des Ortes: Schon früher lebten die Stiftsdamen hier vergleichsweise eigenständig, mit eigenen Gärten und wirtschaftlicher Selbstversorgung.

Mariensee ist ein ruhiger Ort, der seine Geschichte spürbar bewahrt hat.

Neben einigen Hinweisen im Ort auf den Pilgerweg habe ich ein Plakat für Radfahrer gefunden, das die Dichte der Klöster in der Region anschaulich macht.

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  • Orden: Zisterzienserinnen
  • Gründung: 1207
  • Aufhebung: umgewandelt in evangelisches Damenstift
  • Erhalten: Klosteranlage
  • Besonderheit: Wechsel zwischen Zisterzienserinnen und Benediktinerinnen
  • Hinweis: Lüneburger Klöster

Schon die Anfahrt nach Lüne war etwas mühsam. Einen Parkplatz zu finden, dann aber noch schwieriger als gedacht. Als ich schließlich das Kloster erreichte, waren die Kirche und die Eingänge zum Kloster verschlossen. Die Führung hatte ich verpasst, die zweite hieße Stunden warten.

Ich habe deshalb zunächst einen Rundgang durch die Anlage gemacht. Das ehemalige Benediktinerinnenkloster beeindruckt schon von außen. Die historischen Backsteingebäude lassen erahnen, wie groß das Kloster einmal war. Schade war nur, dass sich die eigentlichen Schätze – die mittelalterlichen Räume und die berühmten Kunstwerke – nur im Rahmen einer Führung besichtigen lassen. Besonders ärgerlich – selbst die Kirche darf man nur geführt betreten.

Das Kloster wurde im 12. Jahrhundert gegründet und ist eines der sechs Lüneburger Klöster, die nach der Reformation als evangelische Damenstifte weitergeführt wurden. Berühmt ist es für seine mittelalterliche Textilkunst. Die Benediktinerinnen stickten über Jahrhunderte Fastentücher, Altardecken, Prozessionsfahnen und riesige Bildteppiche. Diese bis zu fünf Meter großen Textilien schmückten an hohen Festtagen den Nonnenchor und erzählen biblische Geschichten in beeindruckenden Bildern. Heute werden sie im Textilmuseum des Klosters aufbewahrt, das zu den bedeutendsten Sammlungen sakraler Textilkunst Europas zählt. [Video]

Nach meiner kleinen Runde durch den Garten habe mir im Café KLÜ einen Cappuccino gegönnt.

Das Café befindet sich im historischen Sommerremter, dem ehemaligen Sommer-Speisesaal des Klosters – ein schöner Ort, um die besondere Atmosphäre der Anlage auf sich wirken zu lassen.

In der Alten Weberei wird die jahrhundertealte Webtradition bis heute fortgeführt. Seit 2005 arbeiten ausgebildete Handweberinnen in einer Werkstatt im ehemaligen Betsaal.

Dort entstehen auf historischen und modernen Webstühlen Schals, Tischwäsche, Decken und sogar liturgische Paramente. Gerade war hier eine Führung und ich konnte eine Weile den interessanten Erläuterungen lauschen.

Für mich ist Lüne ein Ort, an den ich gerne noch einmal zurückkehren möchte – dann mit Glück und einer Führung.

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  • Orden: Benediktinerinnen
  • Gründung: 1172
  • Aufhebung: 16. Jahrhundert (evangelisches Damenstift)
  • Erhalten: Vollständige Klosteranlage, Kirche, Kreuzgang
  • Besonderheit: eines der Lüneburger Klöster mit bedeutenden Textilschätzen
  • Hinweis: Evangelisches Damenstift mit Konventualinnen

Das Michaeliskloster habe ich bereits einige Jahre vor meiner Klosterreise im Rahmen meiner UNESCO-Welterbetour besucht. Hildesheim gehört mit dem Dom und der Michaeliskirche seit 1985 zum UNESCO-Welterbe. Einen ausführlichen Bericht über meinen Stadtrundgang findet ihr hier. [Link]

Schon von Weitem fällt die Michaeliskirche auf ihrem kleinen Hügel ins Auge.

Vom Dom aus ist sie bequem zu Fuß über das Welterbeband erreichbar. Während der Dom eher schlicht wirkt, hat mich St. Michaelis sofort mit ihren Farben überrascht. Der größte Schatz der Kirche ist die bemalte Holzdecke aus dem 13. Jahrhundert – einzigartig in Europa und viel eindrucksvoller, als ich sie mir vorgestellt hatte. In der Krypta befindet sich das Grab des heiligen Bernward, des Erbauers der Kirche.

Das Benediktinerkloster wurde Anfang des 11. Jahrhunderts von Bischof Bernward gegründet. Die Kirche gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke der Ottonik. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie fast vollständig zerstört und anschließend originalgetreu wieder aufgebaut. Besonders schön fand ich auch die historischen Sonnenuhren an der Außenfassade – ein Detail, das man leicht übersieht.

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  • Orden: Benediktiner
  • Gründung: 1010
  • Aufhebung: 1542 (Kloster), die Benediktiner nutzten die Krypta jedoch noch bis 1803
  • Erhalten: Klosterkirche, Kreuzgang und Teile der Klostergebäude
  • Besonderheit: UNESCO-Welterbe, bemalte Holzdecke aus dem 13. Jahrhundert
  • Hinweis: Die Kirche wurde nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg originalgetreu wieder aufgebaut.
  • Heute: Evangelische Kirchengemeinde, Krypta katholisch – eine der wenigen Simultankirchen Deutschlands (!)

Schon die Anfahrt nach Marienrode war wunderschön. Das Kloster liegt versteckt zwischen Feldern und ist über eine lange Allee mit Apfelbäumen zu erreichen. Als ich ankam, läuteten bereits die Glocken. In der Kirche fand gerade eine Hochzeit statt – schön für das Brautpaar, etwas ungünstig für meinen Klosterbesuch.

So blieb zunächst Zeit für einen Rundgang über das Gelände. Dabei fiel mir auf, wie ruhig die Anlage wirkt. Zwischen den Gebäuden begegnete ich zunächste einer Pilgerin und dann sogar einigen Ordensschwestern und einem Priester – ein schöner Hinweis darauf, dass Marienrode bis heute ein lebendiges Kloster ist. Neben der großen Klosterkirche gibt es noch eine kleinere Kirche. Eine Buchhandlung lädt zum Stöbern ein. Ein Klostercafé habe ich dagegen vergeblich gesucht. [Video]

Die Geschichte von Marienrode reicht bis ins Jahr 1125 zurück, als hier ein Benediktinerkloster gegründet wurde. Nach der Reformation wurde das Kloster aufgehoben und diente über Jahrhunderte ganz unterschiedlichen Zwecken. Erst 1988 begann mit der Ansiedlung von Benediktinerinnen die klösterliche Tradition erneut. Heute lebt hier wieder eine Ordensgemeinschaft nach der Regel des heiligen Benedikt. Einige Gebäude stammen aus dem Wiederaufbau zu Beginn des 18. Jahrhunderts und erinnern daran, wie oft sich die Geschichte dieses Ortes verändert hat.

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  • Orden: Benediktiner (heute Benediktinerinnen)
  • Gründung: 1125
  • Aufhebung: Reformation
  • Erhalten: Klosteranlage und Kirche
  • Besonderheit: Wiederbelebung des Klosterlebens nach mehr als 400 Jahren
  • Heute: Aktives Benediktinerinnenkloster
  • Hinweis: Spirituelles Zentrum

Auf meiner Spätsommertour gen Osten kam ich nach Bad Gandersheim. Die kleine Fachwerkstadt passte schon wunderbar zum Harz, der nun immer näher rückte. Rund um die mächtige Stiftskirche war ordentlich Betrieb. Vor dem Westwerk stand die große Freilichtbühne der Gandersheimer Domfestspiele, bei denen in diesem Sommer unter anderem Pinocchio auf dem Spielplan stand.

Hinter der Festspielkulisse begann für mich dann die eigentliche Entdeckung. Das Stift Gandersheim wurde bereits 852 gegründet und entwickelte sich zu einem bedeutenden geistlichen Frauenstift der Liudolfinger und Ottonen. Die Stiftskirche wurde 881 geweiht und war bis zur Aufhebung des Stifts 1810 Mittelpunkt der Gemeinschaft. Zwei Grabdenkmäler erzählen fast die ganze Geschichte des Stifts: das mittelalterliche Kenotaph des Gründers Liudolf und der prachtvolle Marmorsarkophag der Fürstäbtissin Elisabeth Ernestine Antonie aus dem 18. Jahrhundert – vom Beginn des Gandersheimer Stifts bis zu seiner letzten großen Blütezeit.

Auf Roswitha von Gandersheim stieß ich erst beim Rundgang. Am Roswitha-Brunnen las ich von der Frau, die hier im 10. Jahrhundert als Kanonisse lebte und schrieb. Also ging ich noch einmal zurück in die Kirche. Für mich wurde die Tür sogar noch einmal aufgeschlossen und ich bekam einiges Interessantes über Roswitha erzählt. Ihr Fenster musste natürlich noch fotografiert werden.

Roswitha, etwa 935 bis 980, gilt als erste deutsche Dichterin. Sie war keine Nonne im eigentlichen Sinne, sondern Kanonisse des Frauenstifts, erhielt hier eine außergewöhnlich gute Bildung und schrieb ihre Legenden, Dramen und historischen Werke auf Latein, darunter Texte über Kaiser Otto I. und die Gründung des Stifts Gandersheim.

Und nach so viel Geschichte durfte es etwas sehr Gegenwärtiges sein: In einer kleinen Seitenstraße fand ich ein historisches Café. Ein ordentliches Stück Baisertorte mit Brombeeren, ein Capuccino und dazu ein nettes Gespräch in gemütlicher Umgebung rundeten meinen Besuch angenehm ab.

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  • Orden: Kanonissenstift
  • Gründung: 852
  • Aufhebung: 1810
  • Erhalten: Stiftskirche und Stiftsbezirk
  • Besonderheit: Reichsunmittelbares Damenstift
  • Hinweis: Roswitha von Gandersheim

Nächster Halt: Goslar. Hinter einer Aral-Tankstelle fand ich mit etwas Glück einen kosten- und zeitlosen Parkplatz in Laufweite zur Innenstadt.

Mein Ziel war diesmal nicht die Kaiserpfalz (Link), sondern Kloster Neuwerk. Die romanische Kirche wurde im 12. Jahrhundert als St. Maria in horto, „Heilige Maria im Rosengarten“, für eine Frauengemeinschaft gegründet. Über deren genaue Ordenszugehörigkeit besteht bis heute keine völlige Klarheit; wahrscheinlich lebten hier zunächst Zisterzienserinnen, später nach benediktinischen Regeln. Nach der Reformation entwickelte sich Neuwerk zu einem evangelischen Damenstift, das erst 1969 aufgelöst wurde. Die romanische Kirche ist außergewöhnlich baustilecht erhalten.

Ich hätte sie mir sehr gern genauer angesehen, denn im Chor befinden sich bedeutende romanische Wandmalereien aus dem 13. Jahrhundert. Bei meinem Besuch fand allerdings gerade eine Feier statt, sodass ich nur vorsichtig von der Seitentür hineinsehen konnte.

Dafür hatte ich Zeit für den schönen Klostergarten, die erhaltene Klostermauer und die Gebäude des ehemaligen Damenstifts. Der „romanische Klostergarten“ ist natürlich nicht original erhaltener, er wurde nach historischem Vorbild gestaltet und erinnert mit Rosen, Kräutern und seiner Gliederung an mittelalterliche Klostergärten.

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  • Orden: Zisterzienserinnen/ Benediktinerinnen
  • Gründung: 12. Jahrhundert
  • Aufhebung: 1527 als Kloster; als evangelisches Damenstift bis 1969 weitergeführt
  • Erhalten: Kirche und Garten
  • Besonderheit: Stadtnahes Kloster
  • Hinweis: romanische Kirche, Klostergarten

Kloster Wöltingerode hatte ich eigentlich gar nicht auf meiner Liste, aber dann hatte ich das Hinweisschild auf der Fahrt zu meinem kostenlosen und idyllisch am See gelegenen Stellplatz bei Vienenburg eher zufällig von der Straße aus entdeckt. Also begann mein nächster Tag am Morgen mit einem zusätzlichen Kloster – und der Abstecher hat sich wirklich gelohnt.

Schon beim Betreten der Anlage war ich überrascht, wie groß und lebendig sie ist. Wöltingerode gehört heute zum Vermögen des Allgemeinen Hannoverschen Klosterfonds, der von der Klosterkammer Hannover verwaltet wird. Vom stillgelegten historischen Denkmal kann hier allerdings keine Rede sein. Im ehemaligen Kloster befindet sich ein recht nobles Hotel, daneben gibt es Klosterkrug, Hofladen und Klosterbrennerei. Ein Erlebnisweg führt über das Gelände, dazu kommen ein Lachs-Informationszentrum, Wildpark, Landwirtschaft und weitere Freizeitangebote. Die Klosterkammer betreibt Hotel und Brennerei über eigene Tochtergesellschaften.

Mein eigentliches Ziel war die Klosterkirche – und die war eine echte Überraschung. Hinter der vergleichsweise schlichten Fassade verbirgt sich ein wunderschöner historischer Kirchenraum. Die Kirche gehört zu den „verlässlich geöffneten Kirchen“ und kann deshalb auch unabhängig von einer Führung besucht werden. Man erreicht sie durch das Hotel. Nach einem Brand von 1676, der die Konventsgebäude zerstörte und auch die Kirche beschädigte, wurde die Anlage wiederaufgebaut. Die Klausur erhielt dabei weitgehend ihr heutiges barockes Erscheinungsbild.

Wöltingerode wurde 1174 zunächst als Benediktinerinnenkloster gegründet. Bereits wenige Jahre später schloss sich die Gemeinschaft dem Zisterzienserorden an. Die Nonnen waren offenbar nicht nur im Gebet erfolgreich: Seit 1682 wurde im Kloster Korn gebrannt. Diese Tradition lebt in der Klosterbrennerei bis heute weiter.

Natürlich musste ich anschließend noch in den Laden der Brennerei schauen – und dort bin ich dann doch schwach geworden. Einige kleine Fläschchen wanderten als Mitbringsel ins Gepäck. So wurde aus einem spontanen Abstecher gleich am Morgen einer dieser Besuche, die man nicht missen möchte.

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  • Orden: zunächst Benediktinerinnen, später Zisterzienserinnen
  • Gründung: 1174
  • Aufhebung: 1809
  • Erhalten: Klosterkirche, barocke Konventsgebäude, Propstei, Wirtschaftsgebäude und Klostertor
  • Besonderheit: Klosterbrennerei mit einer bis 1682 zurückreichenden Tradition
  • Hinweis: Klostergut mit Hotel, Gastronomie, Brennerei, Hofladen, Landwirtschaft und Lachs-Informationszentrum

Kloster St. Ludgeri (Helmstedt)

Das Kloster St. Ludgeri in Helmstedt war ein frühes benediktinisches Zentrum. Kirche und Umfeld erinnern noch heute an die klösterliche Vergangenheit.

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  • Orden: Benediktiner
  • Gründung: 9. Jahrhundert
  • Aufhebung: 16. Jahrhundert
  • Erhalten: Kirche und Umfeld
  • Besonderheit: Früher Missionsstandort
  • Hinweis: Klosterensemble verloren

Kloster Marienwerder bei Hannover wurde um 1196 als Augustiner-Chorfrauenstift gegründet und zählt damit zu den älteren Frauenklöstern Niedersachsens. Nach der Reformation wurde es – wie viele Klöster der Region – nicht aufgehoben, sondern als evangelisches Damenstift weitergeführt und besteht bis heute. Die Anlage ist von Stiftsdamen bewohnt, die den Ort prägen, ohne ein klassisches klösterliches Leben zu führen.

Die Kirche geht im Kern auf einen spätromanischen Bau um 1200 zurück, wurde jedoch später mehrfach verändert. Im Inneren wird durch die barocken Ausmalungen und Ausstattungen aus dem 17. und 18. Jahrhundert geprägt.

Das Kloster liegt ruhig am Rand von Hannover, eingebettet in eine fast ländliche Umgebung. Direkt daneben befindet sich der Hinübersche Garten, einer der frühesten Landschaftsgärten im englischen Stil in Deutschland, angelegt ab 1766. Geschwungene Wege, gezielte Sichtachsen und naturnahe Gestaltung prägen die Anlage und schaffen einen fließenden Übergang zwischen Park und Kloster.

Bei meinem Besuch war die Kirche zunächst geschlossen, öffnete aber zu einem der eher seltenen Gottesdienste am Ort. Die Ruhe der Anlage, das Läuten und die ersten Orgelklänge unterstreichen den besonderen Charakter dieses Ortes.

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  • Orden: Augustiner-Chorfrauen
  • Gründung: um 1196
  • Aufhebung: Umwandlung in evangelisches Damenstift
  • Erhalten: Kirche und Teile der Klosteranlage
  • Besonderheit: Hinüberscher Garten (ab 1766)
  • Hinweis: Evangelisches Damenstift mit Stiftsdamen

Das Domstift Verden entstand im 9. Jahrhundert im Zuge der Christianisierung Norddeutschlands. Der heutige Dom St. Maria und Cäcilia wurde ab dem 13. Jahrhundert erbaut und vereint romanische und gotische Bauelemente. Mit seinem mächtigen Backsteinbau prägt er bis heute das Stadtbild; nach der Reformation wurde das Stift als evangelisches Domkapitel weitergeführt.

Der Dom steht mitten in der Altstadt, in die Hufeisen im Pflaster führen.

Der Innenraum ist vergleichsweise klar gestaltet, wirkt aber durch Licht und Akustik sehr stimmungsvoll. Bei meinem Besuch hatte ich das Glück, die Generalprobe für ein abendliches Konzert miterleben zu können – ein besonderer Moment, der den Raum ganz anders wirken lässt.

Rund um den Dom öffnet sich ein ruhiger Platz, der fast wie ein Innenhof wirkt und zum Verweilen einlädt. Verden ist damit kein spektakulärer, aber ein sehr stimmiger Ort, an dem Geschichte und heutige Nutzung gut zusammenpassen.

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  • Typ: Domstift (kein Kloster)
  • Gründung: 9. Jahrhundert
  • Bauzeit Dom: ab 13. Jahrhundert
  • Umwandlung: 16. Jahrhundert (evangelisches Domkapitel)
  • Erhalten: Dom und Umfeld
  • Besonderheit: Backsteindom mit Konzerten und Veranstaltungen
  • Hinweis: Teil der historischen Bischofsstadt Verden

Ich habe Stade am frühen Morgen besucht und meinen Spaziergang über die stille Schleuse und die noch leere Altstadt genossen. Schon von Weitem fällt die mächtige Kirche St. Cosmae et Damiani auf, die das Stadtbild prägt. Etwas versteckt dahinter befindet sich das ehemalige Johanniskloster. Die Klostergebäude liegen heute eingebettet zwischen Wohnhäusern und Grünflächen und werden ganz unterschiedlich genutzt. Einige Häuser scheinen Wohnungen zu sein, andere beherbergen Vereine. Dadurch wirkt der Ort sehr lebendig. (Video)

Beim Rundgang fiel mir eine kleine Tafel an einem Fachwerkgebäude auf. Sie erinnert daran, dass hier einst das Franziskanerkloster der Stadt stand. Um 1250 entstanden hier sogar die berühmten Stader Annalen, eine wichtige mittelalterliche Chronik Norddeutschlands.

Die mächtige Kirche St. Cosmae et Damiani prägt zwar gemeinsam mit dem benachbarten historischen Rathaus diesen Teil der Altstadt, gehört aber nicht zum ehemaligen Johanniskloster. Leider war sie bei meinem Besuch geschlossen. Von der einstigen Klosterkirche der Franziskaner ist heute nichts mehr erhalten.

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  • Orden: Franziskaner
  • Gründung: 13. Jahrhundert
  • Besonderheit: Entstehungsort der Stader Annalen (um 1250)
  • Erhalten: einzelne Klostergebäude
  • Heute: Wohnungen und Vereinsnutzung
  • Hinweis: Kirche und Kloster bilden heute kein geschlossenes Ensemble mehr

Eigentlich hatte ich nur einen kurzen Abstecher nach Riddagshausen geplant. Die Bewertungen auf Google Maps klangen eher durchschnittlich. Umso größer war die Überraschung.

Schon im Torhaus befindet sich ein kleines Museum, und als ich die Klosterkirche betrat, probte gerade eine Solistin für eine Hochzeit, die dann auch wenig später begann. Ich habe mich erst einmal in eine Bank gesetzt und einfach zugehört. Solche Momente lassen sich eben nicht planen.

Auch der Klostergarten hat mir ausgesprochen gut gefallen. Er ist liebevoll angelegt und lädt zu einem kleinen Spaziergang ein. An mehreren Stellen führen QR-Codes zu einem Audioguide, sodass man die Anlage auch ohne Führung gut erkunden kann. Besonders nett war außerdem die Mitarbeiterin im Torhaus, die sich Zeit für ein Gespräch nahm. So wurde aus einem ungeplanten Stopp ein sehr schöner Besuch. [Video]

Das Kloster Riddagshausen wurde 1145 von Zisterziensermönchen gegründet und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Klöster Norddeutschlands. Nach der Reformation wurde das Kloster aufgehoben, erhalten blieben unter anderem die eindrucksvolle Klosterkirche, das Torhaus und Teile der Klausur. Rund um das Kloster erinnern die Riddagshäuser Teiche an die mittelalterliche Fischwirtschaft der Mönche. Heute gehören sie zu den ältesten Naturschutzgebieten Niedersachsens.

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  • Orden: Zisterzienser
  • Gründung: 1145
  • Aufhebung: 1568
  • Besonderheit: Riddagshäuser Teiche
  • Erhalten: Klosterkirche, Torhaus, Teile der Klausur und Klostergarten
  • Heute: evangelische Kirchgemeinde
  • Hinweis: Museum im Torhaus, Klostergarten mit Audioguide
  1. Annemarie

    Wie schön, im Rahmen meiner Rekapitulation der Via Scandinavica diese Ortsbeschreibung vom Kloster Marienrode zu lesen, ein wahrlich ruhiger Ort und recht aus der Zeit gefallen mit seinen lebendigen Nonnen-wenn uns nicht die Hochzeitsfeier aufgehalten hätte…Ich erinnere mich gerne an den ausgebauten Dacia und dich, Conny, liebe Grüße von der Pilgerin Annemarie 👋

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