Klöstergeflüster in Nordrhein-Westfalen
Nordrhein-Westfalen gehört zu den wichtigen Regionen der deutschen Klostergeschichte. Zwar ist die Dichte nicht so ausgeprägt wie in Süddeutschland, doch kaum ein anderes Bundesland vereint so viele unterschiedliche Klosterformen auf engem Raum. Entlang des Rheins, in Westfalen und am Rand der Mittelgebirge entstanden früh bedeutende Abteien, Domstifte und Reformklöster.
Benediktiner, Zisterzienser, Prämonstratenser und Bettelorden haben die Region ebenso geprägt wie Kanonissen- und Kollegiatstifte. Viele dieser Orte sind bis heute gut erhalten – als große Klosteranlagen, markante Kirchen oder bewusst zugänglich gemachte Ruinen. Beispiele wie Corvey, Kamp, Brauweiler oder Werden zeigen die ganze Bandbreite zwischen geistlicher Bedeutung, wirtschaftlicher Kraft und regionaler Verwurzelung.
Typisch für Nordrhein-Westfalen ist die enge Verzahnung mit Städten und Siedlungen. Klöster liegen hier selten abgeschieden, sondern sind Teil gewachsener Orte. Wer durch das Bundesland reist, begegnet immer wieder Spuren klösterlicher Geschichte – vom römischen Erbe über die Christianisierung bis zur Entwicklung der Städte.
Die folgende Tabelle bildet die Grundlage für meinen Tourplan: Die bereits besuchten Klöster sind markiert und der Blog wird in den folgenden Monaten Schritt für Schritt ergänzt.
| Bundesland | Ort | Kloster | Orden | Was ist erhalten / erlebbar | Website / Info | Hinweis |
|---|---|---|---|---|---|---|
| NRW | Odenthal-Altenberg | Kloster Altenberg | Zisterzienser | Große Klosteranlage, Kirche, Areal | https://www.altenbergerdom.de | Bedeutendes Zisterzienser-kloster |
| NRW | Kamp-Lintfort | Kloster Kamp | Zisterzienser | Terrassengarten, Kirche, Areal | https://www.kloster-kamp.eu | Rekonstruierte Gartenanlage |
| NRW | Kall-Steinfeld | Kloster Steinfeld | Prämonstratenser | Große Klosteranlage, Kirche, Klausur | https://www.kloster-steinfeld.de | Aktives Kloster |
| NRW | Heimbach | Abtei Mariawald | Trappisten | Klosteranlage, Kirche | https://www.abtei-mariawald.de | Konvent aufgelöst |
| NRW | Paderborn (optional) | Abdinghof | Benediktiner | Kirche, Umfeld | https://www.abdinghofkirche.de | Ensemble verloren, heute Austellungen |
| NRW | Essen-Werden | Abtei Werden | Benediktiner | Kirche, Abteibereich | https://www.abtei-werden.de | Frühes Reichskloster |
| NRW | Aachen | Abtei Korneli-münster | Benediktiner | Klosteranlage, Kirche | https://www.kornelimuenster.de | Reichsabtei |
| NRW | Münster | Überwasser-kirche (Frauenstift) | Kanonissen-stift | Kirche, Umfeld | https://www.ueberwasserkirche.de | Stift, kein Kloster |
| NRW | Köln | Kartause Köln | Kartäuser | Große Anlage, Kirche, Klausur | https://www.kartause-koeln.de | Sehr gut erhalten |
| NRW | Köln (optional) | Groß St. Martin | Benediktiner | Kirche, Umfeld | https://www.grossstmartin.de | Klosterstruk-tur verloren |
| NRW | Dormagen | Kloster Knechtsteden | Prämonstratenser (heute Spiritaner) | Kloster | http://kloster-knechtsteden.de | Kloster |
| NRW | Goch | Kloster Graefenthal | Zisterzienserinnen | Ruine | http://kloster-graefenthal.de | Kloster |
| NRW | Xanten | Stift Xanten | Kollegiatstift | Dom, Stiftsbezirk | https://www.dom-xanten.de | Stift, kein Kloster |
| NRW | Höxter | Kloster Corvey | Benediktiner | Westwerk, Areal, Schloss | https://www.corvey.de | UNESCO-Welterbe |
| NRW | Marien-münster | Kloster Marien-münster | Benediktiner | Kloster | http://pastoralverbund-marienmuenster.de | Kloster |
| NRW | Duisburg-Hamborn | Abtei Hamborn | Prämonstratenser | Kirche, Abteigebäude | https://www.abtei-hamborn.de | Aktives Kloster, Seelsorge |
| NRW | Königswinter (Heisterbach) | Klosterruine Heisterbach | Zisterzienset | Ruinenanlage | https://www.klosterlandschaft-heisterbach.de | histor. Klosterruine |
| NRW | Bonn (optional) | Kreuzberg-kloster | Serviten | Kirche, Umfeld | https://www.kreuzbergkirche.de | Klosterstruk-tur reduziert |
| NRW | Düsseldorf (optional) | Franziskaner-klszer Düsseldorf | Franziskaner | Kirche | https://www.franziskaner-duesseldorf.de | stark überformt |
| NRW | Soest | Wiesenkirche | Stift | Kirche | https://www.wiesenkirche.de | Stiftskirche |
| NRW | Köln (optional) | St.Pantaleon | Benediktiner | Kirche | https://www.sankt-pantaleon.de | Ensemble verloren |
| NRW | Essen | Damenstift Essen | Kanonissen-stift | Dom, Stiftsbezirk | https://www.dom-essen.de | Stift |
| NRW | Dortmund | Karmel Heilige Familie | Unbeschuhte Karmelite-rinnen | Kirchenanlage, Kirche zugänglich | karmel-dortmund.de | Klausurkloster-Besuch nur Kirche/ neu gegründet |
| NRW | Bochum- Siepel | Kloster Siepel | Zisterzienser | Abtei mit aktiver Gemeinschaft, Wallfahrts-kirche | kloster-stiepel.de | aktives Männerkloster, mit Seelsorge, neu gegründet |
Kloster Altenberg (Odenthal)
Kloster Altenberg war eines der bedeutendsten Zisterzienserklöster im Rheinland. Die monumentale Anlage zeigt eindrucksvoll die Verbindung von klösterlicher Disziplin, Wirtschaftskraft und Architektur.
Wissensbox
- Orden: Zisterzienser
- Gründung: 1133
- Aufhebung: 1803
- Erhalten: Große Klosteranlage, Kirche
- Besonderheit: Ehemaliges Hauskloster der Grafen von Berg
- Hinweis: Heute Dom und Kulturort
Kloster Kamp (Kamp-Lintfort) – barocke Kirche mit Terrassengarten
Kloster Kamp gilt als erstes Zisterzienserkloster auf deutschem Boden und wurde 1123 gegründet. Von hier gingen zahlreiche weitere Klostergründungen am Niederrhein aus, wodurch Kamp zu einem wichtigen geistlichen und kulturellen Zentrum wurde. Die nach der Zerstörung um 1700 erbaute barocke Abteikirche und die erhaltenen Klostergebäude zeugen noch heute von dieser langen Tradition.
Besonders eindrucksvoll ist der terrassenförmig angelegte Barockgarten mit seinen symmetrischen Wegen, Brunnen und Sichtachsen. Gemeinsam mit der alten Kirche prägt er das Bild der Anlage und macht Kloster Kamp zu einem der schönsten Klosterorte Nordrhein-Westfalens.
Ich war im Frühling im Kloster Kamp, eine der besten Zeiten für den barocken Terrassengarten. Aber schon die stimmungsvolle Kirche lohnt den Ausflug.






Der wunderbar angelegte Klostergarten ist das Hauptziel der Besucher und jetzt im Frühling besonders schön. Neben blühenden Sträuchern und Blumen lockt eine Ausstellung zur Geschichte in die Orangerie. Hier wird auch den Ähnlichkeiten zum Park Sanssouci nachgegangen.








Wissensbox
- Orden: Zisterzienser
- Gründung: 1123
- Aufhebung: 1802
- Erhalten: Kirche, Areal, Terrassengarten
- Besonderheit: Frühestes Zisterzienserkloster Deutschlands
- Hinweis: Gartenanlage rekonstruiert, Kirche von 1683-1700
Kloster Steinfeld (Kall)
Kloster Steinfeld entwickelte sich zu einem der wichtigsten Prämonstratenserklöster im Rheinland. Die weitläufige Anlage ist bis heute geistlich genutzt.
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- Orden: Prämonstratenser
- Gründung: 920 (als Benediktiner), ab 1121 Prämonstratenser
- Aufhebung: keine
- Erhalten: Große Klosteranlage, Kirche, Klausur
- Besonderheit: Aktives Kloster
- Hinweis: Bildungs- und Wallfahrtsort
Abtei Mariawald (Heimbach)
Die Abtei Mariawald war das einzige Trappistenkloster Deutschlands. Nach der Auflösung des Konvents bleibt die Anlage als spiritueller Ort zugänglich.
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- Orden: Trappisten
- Gründung: 1480, Trappisten seit 1860
- Aufhebung: 2018
- Erhalten: Klosteranlage, Kirche
- Besonderheit: Strenge Observanz
- Hinweis: Konvent aufgehoben
Abdinghof (Paderborn) – wieder aufgebaute mittelalterliche Klosterkirche
Die Abdinghofabtei in Paderborn wurde 1015 von Bischof Meinwerk gegründet und war über Jahrhunderte ein bedeutendes Benediktinerkloster. Die romanische Kirche St. Peter und Paul prägt bis heute das Bild der Anlage und erinnert an die einstige Bedeutung des Klosters im mittelalterlichen Paderborn. Mit der Säkularisation wurde das Kloster 1803 aufgehoben. Im 2. Weltkrieg wurde das Kloster zerstört und die Kirche ab 1951 wieder aufgebaut.






Heute präsentiert sich der Abdinghof als gut erschlossenes historisches Ensemble. Die Kirche ist rekonstruiert und hervorragend anhand Zeittafeln und Modellen präsentiert. Daneben befindet sich das städtische Ausgrabungsgebiet mit dem Stadtmuseum.





An der benachbarten Paderquelle bietet sich Gelegenheit für eine schöne Rast im Sonnenschein.
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- Orden: Benediktiner
- Gründung: 1015
- Aufhebung: 1803
- Erhalten: Kirche, Umfeld
- Besonderheit: Frühes Reformkloster
- Hinweis: Klosterensemble verloren
Abtei Werden (Essen-Werden) – imposante Vorstadtkirche mit Schatzkammer
Die Abtei Werden wurde im 8. Jahrhundert vom heiligen Liudger gegründet und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Reichsklöster im Ruhrgebiet. In der Krypta der ehemaligen Abteikirche befindet sich das Grab des heiligen Liudger, des ersten Bischofs von Münster und Klostergründers. Die angeschlossene Schatzkammer bewahrt kostbare liturgische Geräte, Reliquiare, Handschriften und weitere Zeugnisse der langen Klostergeschichte.
Der erhaltene Abteibereich prägt bis heute den Essener Stadtteil Werden. Die ehemalige Abteikirche St. Ludgerus, barocke Gebäude und der historische Platz vermitteln noch immer den Eindruck eines einst mächtigen Klosterensembles.
Schon die Fahrt von Essen in den Vorort ist recht malerisch. Die Kirche erhebt sich weithin sichtbar am Berg und ein Besuch ist ein kleines Erlebnis.










Wer zur Öffnungszeit der Schatzkammer hier ist, sollte sie auch besuchen. Für alle anderen – mehr dazu hier: www.schatzkammer-werden.de
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- Orden: Benediktiner
- Gründung: 799
- Aufhebung: 1803
- Erhalten: Kirche, Abteibereich
- Besonderheit: Reichsabtei
- Hinweis: Teilweise überformt
Abtei Kornelimünster (Aachen)
Kornelimünster war eine reichsunmittelbare Benediktinerabtei mit großer politischer Bedeutung. Kloster und Ortskern sind bis heute eng verbunden.
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- Orden: Benediktiner
- Gründung: 814
- Aufhebung: 1802
- Erhalten: Klosteranlage, Kirche
- Besonderheit: Reichsabtei
- Hinweis: Historischer Ortskern
Frauenstift Überwasser (Münster)
Das Frauenstift Überwasser war ein bedeutendes Kanonissenstift in Münster. Die Kirche markiert bis heute den historischen Stiftsstandort.
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- Orden: Kanonissenstift
- Gründung: 1040
- Aufhebung: 1773
- Erhalten: Kirche, Umfeld
- Besonderheit: Eigenständiges Frauenstift
- Hinweis: Stift, kein Kloster
Kartause Köln
Die Kölner Kartause war eines der größten Kartäuserklöster Europas. Die weitgehend erhaltene Anlage vermittelt eindrucksvoll die Strenge des Ordens.
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- Orden: Kartäuser
- Gründung: 1334
- Aufhebung: 1794
- Erhalten: Große Klosteranlage, Kirche, Klausur
- Besonderheit: Stadtnahe Kartause
- Hinweis: Sehr gut erhalten
Groß St. Martin (Köln)
Groß St. Martin war Teil eines benediktinischen Klosterkomplexes in der Kölner Altstadt. Heute ist vor allem die Kirche erhalten.
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- Orden: Benediktiner
- Gründung: 10. Jahrhundert
- Aufhebung: 1794
- Erhalten: Kirche
- Besonderheit: Prägendes Stadtbild
- Hinweis: Klosterstruktur verloren
Stift Xanten – wunderschöner Dom mit romantischem Kreuzgang
Das Stift Xanten entwickelte sich aus einem frühmittelalterlichen Kanonikerstift an einem Ort mit römischen Wurzeln. In der Nähe lag die bedeutende Römerstadt Colonia Ulpia Traiana, zudem erinnert die Überlieferung an das Martyrium des heiligen Viktor in spätrömischer Zeit. Daraus entstand ein wichtiger Wallfahrts- und Kirchenstandort am Niederrhein. Der imposante Xantener Dom bildet bis heute dessen Mittelpunkt und zählt zu den bedeutendsten gotischen Sakralbauten des Rheinlandes.
Auch heute sind der Dom und Teile des historischen Stiftsbezirks eindrucksvoll erlebbar. Mit seiner reichen Ausstattung, den hohen Gewölben und der besonderen Atmosphäre gehört Xanten zu den schönsten kirchlichen Anlagen Nordrhein-Westfalens.
Ich hatte auf einer früheren Tour zu den Welterbestätten den Römerpark in Xanten besucht, so dass mir der reich geschückte Vorplatz des Doms nicht unbekannt war.

Umsomehr freute ich mich auf meinen Frühlingsbesuch und die Stadt zeigte sich sonnig und bestgelaunt.
Die wunderbaren steinernen Passionsbilder hatte ich beim letzten Besuch schon gesehen, trotzdem überraschte mich die prächtige Innanausstattung des Doms.









Mein nächstes Highlight war der Kreuzgang. Wer möchte, kann sich im Anschluss an den Rundgang noch die Schätze im Klostermuseum anschauen – oder einfach durch das hübsche und interessante Städtchen bummeln.







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- Orden: Kollegiatstift
- Gründung: 8. Jahrhundert
- Aufhebung: 1802
- Erhalten: Dom, Stiftsbezirk
- Besonderheit: Bedeutender Wallfahrtsort
- Hinweis: Stift, kein Kloster
Kloster Corvey (Höxter) – Karolingisches Westwerk (UNESCO), barocke Klosterkirche und Schloss
Das ehemalige Benediktinerkloster Corvey wurde 822 gegründet und entwickelte sich rasch zu einem der bedeutendsten Klöster des Karolingerreiches. Herausragend ist das erhaltene karolingische Westwerk aus dem 9. Jahrhundert, eines der wenigen weltweit. Im Obergeschoss befindet sich ein repräsentativer Emporensaal mit einzigartigen Wandmalereien aus dem 9. Jahrhundert, die antike Architekturformen und Figuren zeigen und die Idee der karolingischen Renaissance eindrucksvoll widerspiegeln. Dieser Teil der Anlage gehört heute zum UNESCO-Welterbe.









Hinter dem Westwerk schließt sich die ehemalige Abteikirche an, die im 17. und 18. Jahrhundert barock umgestaltet wurde und bis heute als Kirche St. Stephanus und Vitus besteht. Nach der Säkularisation 1803 wurde das Kloster aufgehoben, die Gebäude jedoch nicht abgerissen, sondern zur fürstlichen Residenz umgebaut. So entstand das heutige Schloss Corvey, das im Kern aus der ehemaligen Klosteranlage hervorgegangen ist und gemeinsam mit Kirche und Westwerk ein eindrucksvolles historisches Ensemble bildet.








Ein Besuch in Corvey ist in jedem Fall ein Erlebnis. Wer mit mehr Zeit kommt, sollte auch das Schloss besichtigen. Ein Tipp – jeden Abend wird in der Abteikirche auf den barocken Orgel gespielt – ein Erlebnis!
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- Orden: Benediktiner
- Gründung: 822
- Aufhebung: 1803
- Erhalten: Westwerk, Areal
- Besonderheit: UNESCO-Welterbe
- Hinweis: Ehemalige Reichsabtei
Abtei Hamborn (Duisburg-Hamborn) – aktives Kloster
Die Abtei Hamborn in Duisburg geht auf ein mittelalterliches Stift zurück und ist seit dem 12. Jahrhundert eng mit den Prämonstratensern verbunden. Trotz der starken Industrialisierung des Ruhrgebiets blieb sie ein prägendes geistliches Zentrum. Die romanische Abteikirche mit ihren klaren Formen und der ruhige Klosterbereich bilden bis heute einen bemerkenswerten Kontrast zur urbanen Umgebung.
Bis heute wird die Abtei von Prämonstratensern genutzt, die hier seelsorglich und sozial wirken. Gegenüber erinnert das traditionsreiche St.-Johannes-Hospital an die lange Verbindung von Orden und Krankenpflege.
Die Abtei in Hamborn steht unübersehbar neben dem großen Krankenhauskomplex. Zu meinem Besuch war die Kirche leider geschlossen und vom Klosterkomplex auch wenig durch die Scheiben zu erahnen.






Mehr Informationen und Bilder gibt es hier: https://www.abtei-hamborn.de/die-abtei/sehenswuerdigkeiten

Interessant ist der Brunnen auf dem Platz vor der Kirche, an dessen Seiten Stadtgeschichte erzählt wird.
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- Orden: Prämonstratenser
- Gründung: 1136
- Aufhebung: –
- Erhalten: Kirche, Abteigebäude
- Besonderheit: Aktives Kloster
- Hinweis: Stadtkloster
Klosterruine Heisterbach – Blüte, Zerstörung und Rheinromantik
Das Zisterzienserkloster Heisterbach wurde 1189 gegründet, die Klosterkirche 1237 geweiht. Im Mittelalter war die Abtei ein bedeutendes geistliches Zentrum. Im Truchsessischen Krieg wurde das Kloster 1588 geplündert und zerstört. Nach einer letzten Blütezeit im 18. Jahrhundert wurde es 1803 säkularisiert und weitgehend abgetragen. Erhalten blieb die eindrucksvolle Chorruine der romanischen Basilika.
1820 wurde das Gelände zu einem englischen Landschaftspark umgestaltet, wobei die Ruine bewusst einbezogen wurde und später zu einem Symbol der Rheinromantik wurde. Seit 1919 gehört Heisterbach dem Orden der Cellitinnen. In den 1950er Jahren entstand eine neue Klosterkirche. Bis heute prägen die Schwestern das Areal durch ihr soziales Engagement.





Ich habe das Kloster im Vorfrühling besucht und einen wunderbaren und stimmungsvollen Ausflug erleben können.
Besonders gefallen haben mir die hervorragenden Informationstafeln.













Einen Besuch der neuen Kirche sollte man nicht auslassen. Und wer nach dem Rundgang oder der Wanderung durstig und hungrig ist, den lädt das Klosterstübchen ein. (kleines Video)
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- Orden: Zisterzienser, heute Cellitinnen
- Gründung: 1189
- Aufhebung: 1803
- Erhalten: Ruinenanlage, insbesondere Chor der Abteikirche
- Besonderheit: Monumentale Kirchenruine im Siebengebirge
- Hinweis: Historische Klosterruine, öffentlich zugänglich
Kreuzbergkloster Bonn (optional)
Das Kreuzbergkloster in Bonn war ein Servitenkloster und entwickelte sich zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. Heute prägen vor allem Kirche und Umfeld den historischen Klosterstandort.
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- Orden: Serviten
- Gründung: 17. Jahrhundert
- Aufhebung: 1802
- Erhalten: Kirche, Umfeld
- Besonderheit: Wallfahrtsort
- Hinweis: Klosterstruktur stark reduziert
Franziskanerkloster Düsseldorf (optional)
Das Franziskanerkloster Düsseldorf war ein typisches Bettelordenskloster im städtischen Raum. Heute ist im Wesentlichen nur noch die Kirche erhalten.
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- Orden: Franziskaner
- Gründung: 13. Jahrhundert
- Aufhebung: 1803
- Erhalten: Kirche
- Besonderheit: Stadtkloster
- Hinweis: Klosterensemble verloren
Soest – beeindruckend schöne Wiesenkirche und Patrokli-Stift
Soest war im Mittelalter eine bedeutende Stiftsstadt, geprägt vom mächtigen Patrokli-Stift, einem der wichtigsten Chorherrenstifte Westfalens. Die Stiftskirche St. Patrokli – oft als „Soester Dom“ bezeichnet – zeugt bis heute von dieser Bedeutung und bildet das historische geistliche Zentrum der Stadt (siehe auch Weihnachtsmarkt-Blog).




Auch das ehemalige Minoritenkloster St. Thomae erinnert an die klösterliche Tradition; während die Kirche erhalten ist und teilweise für Ausstellungen genutzt wird, dienen die Klostergebäude heute Wohnzwecken.




Die Wiesenkirche St. Maria zur Wiese zählt zu den bedeutendsten gotischen Hallenkirchen Westfalens. Der Bau begann im 14. Jahrhundert und erstreckte sich über etwa zwei Jahrhunderte. Charakteristisch ist der vollständig aus hellem Grünsandstein errichtete Bau, der der Kirche ihr beeindruckendes Erscheinungsbild verleiht. Die schlanken Proportionen, das hohe Gewölbe und die großen Fensterflächen lassen den Innenraum außergewöhnlich lichtdurchflutet wirken.




Im Inneren beeindruckt die Kirche durch ihre weitgehend erhaltene Ausstattung mit bedeutenden Altären, Figuren und mittelalterlichen Kunstwerken. Für einen Besuch dieser wunderschönen Kirche sollte man unbedingt Zeit einplanen.








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- Orden: Stiftskirche St.Maria zur Wiese
- Gründung: 14. Jahrhundert
- Aufhebung: 19. Jahrhundert
- Erhalten: Stiftskirche
- Besonderheit: Gotische Hallenkirche
- Hinweis: Stift, kein Kloster
St. Pantaleon Köln (optional)
St. Pantaleon war Teil eines bedeutenden benediktinischen Klosters in Köln. Heute ist vor allem die Kirche als Zeugnis dieses frühen Klosterstandorts erhalten.
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- Orden: Benediktiner
- Gründung: 10. Jahrhundert
- Aufhebung: 1794
- Erhalten: Kirche
- Besonderheit: Ottonische Architektur
- Hinweis: Klosteranlage verloren
Dom und Stiftsbezirk Essen – Ruhepol inmitten der Stadt
Das Damenstift Essen entstand im 9. Jahrhundert und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Kanonissenstifte des Heiligen Römischen Reiches. Die Äbtissinnen verfügten über großen politischen Einfluss und prägten über Jahrhunderte die Entwicklung der Stadt Essen.
Der heutige Dom geht auf die Stiftskirche zurück und bewahrt mit dem Essener Domschatz herausragende Zeugnisse dieser Zeit. Auch nach der Säkularisation blieb der Dom geistliches Zentrum der Stadt. Der umgebende Stiftsbezirk erinnert bis heute an die frühere Bedeutung des Damenstifts und an die enge Verbindung von Kirche, Macht und Stadtgeschichte.
Gleich neben der belebten Fußgängerzonen bildet der Dom mit seinem angeschlossenen Kreuzgang einen Ruhepol im hektischen Treiben.









Im Dom steht die älteste weltweit erhaltene rundplastische Darstellung der Maria aus dem Jahr 980/990. Sie wurde für das Essener Stift gefertigt – aus Holz geschnitzt, mit Blattgold belegt und mit Edelsteinen besetzt.
Im Kreuzgang haben mir neben seiner romantischen Atmosphäre besonders die anschaulichen und informativen Tafeln zur Entwicklung der Kirche in den verschiedenen Bauphasen gefallen.






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- Orden: Kanonissenstift
- Gründung: 9. Jahrhundert
- Aufhebung: 1803
- Erhalten: Dom, Stiftsbezirk
- Besonderheit: Reichsunmittelbares Frauenstift
- Hinweis: Stift, kein Kloster
Kloster Marienmünster
Das Kloster Marienmünster wurde im 12. Jahrhundert als Benediktinerabtei gegründet und liegt im Weserbergland nahe Höxter. Die barocke Klosterkirche prägt bis heute das Ensemble, das nach der Säkularisation eine neue Nutzung erhielt.
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- Orden: Benediktiner
- Gründung: 1128
- Aufhebung: 1803
- Erhalten: Kirche und Teile der Anlage
- Besonderheit: Barocke Klosterkirche im Weserbergland
- Hinweis: Ehemaliges Kloster
Kloster Knechtsteden
Das Kloster Knechtsteden wurde im 12. Jahrhundert als Prämonstratenserabtei gegründet und gehört zu den bedeutenden romanischen Klosteranlagen im Rheinland. Die monumentale Basilika prägt das weitläufige Klostergelände bis heute.
- Orden: Prämonstratenser
- Gründung: 1130
- Aufhebung: 1802
- Erhalten: Gesamtanlage
- Besonderheit: Romanische Basilika im Rheinland
- Hinweis: Aktives Kloster, heute Spiritaner
Kloster Graefenthal bei Goch – Romantik pur
Das Kloster Graefenthal bei Goch wurde im 13. Jahrhundert als Zisterzienserinnenkloster gegründet und entwickelte sich rasch zu einem bedeutenden geistlichen Ort am Niederrhein.


Mehrere Angehörige des Herzogshauses Geldern fanden hier ihre letzte Ruhestätte, was die besondere Stellung des Klosters unterstreicht.
Nach der Säkularisation verfiel die Anlage weitgehend. Heute sind eindrucksvolle Ruinen erhalten, die mit Mauern, Toren und Resten der Klosterkirche noch deutlich die mittelalterliche Struktur erkennen lassen und dem Ort eine besondere, fast romantische Atmosphäre verleihen.
Ich habe Graefenthal an einem Wochenende im Frühling besucht und konnte deshalb gleich mehrere Hochzeitsfotoshootings beobachten. Das Kloster ist heute eine Mischung aus Ausflugsziel – besonders für Radler, Bauernhof und Eventlokal.









Neben der wirklich romantischen Umgebung lohnt ein Besuch des kleinen gemütlichen Klostercafés und ein Blick in den Kreuzgang und den Kräutergarten.






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- Orden: Zisterzienserinnen
- Gründung: 1248
- Aufhebung: 1802
- Erhalten: Ruinenanlage
- Besonderheit: Umfangreiche Klosterruine am Niederrhein
- Hinweis: Klosterruine
Karmel Heilige Familie – Dortmund – aktives Nonnenkloster om Verborgenen
Am Rand von Dortmund liegt ein stiller Rückzugsort: der Karmel „Heilige Familie“. Hinter schlichten Mauern leben hier unbeschuhte Karmelitinnen in strenger Klausur. Ihr Alltag ist geprägt von Gebet, Stundengebet und und einem Leben in Stille und innerer Einkehr, das sich weitgehend der Öffentlichkeit entzieht. Das Kloster wurde 1964 gegründet, steht aber in der langen Tradition des Karmelordens, der bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht.





Anders als viele andere Klöster ist dieser Ort nicht auf Besucher ausgerichtet. Die Kirche ist jedoch zugänglich und vermittelt eine spürbare Ruhe und Friedlichkeit. Am Eingang sind die guten Wünsche der Nonnen für die Besucher ihrer Kirche zu lesen, eine wunderbare kleine Geste.
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- Orden: Unbeschuhte Karmelitinnen
- Gegründet: 1964
- Ausrichtung: Kontemplatives Klausurkloster
- Besuch: Kirche und Gottesdienste zugänglich
- Hinweis: Kein touristisches Kloster – Rücksicht auf Klausur erforderlich
Zisterzienserkloster Bochum-Stiepel – noch aktives Mönchskloster
Die Zisterzienserabtei Bochum-Stiepel wurde 1988 gegründet und knüpft an die lange Tradition der Marienwallfahrt in Stiepel an. Geistlicher Mittelpunkt ist die katholische Wallfahrts-, Pfarr- und Klosterkirche St. Marien, die 1914/15 errichtet wurde und bis heute als Pilger- und Gemeindekirche dient. Die Gemeinschaft umfasst rund 10 bis 15 Mönche, die diese geistliche Tradition fortführen und den Ort prägen.






Die Wallfahrtsstätte ist auch heute ein lebendiger Ort. Besonders schön wirkt die Deckenmalerei in der Kirche, wenn sie im Licht zur Geltung kommt. Im Klosterladen werden typische Produkte angeboten – darunter auch ein eigener Klosterbrand.
Interessant für einen Besuch ist auch die alte romanische Dorfkirche im historischen Ortskern von Stiepel. Sie geht auf eine Gründung des 11. Jahrhunderts zurück und ist vor allem wegen ihrer mittelalterlichen Wandmalereien bedeutend. (https://www.ruhrgebiet-industriekultur.de/dorfkirche-stiepel-bochum/)
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- Orden: Zisterzienser
- Gründung als Zisterzienserkloster: 1988 (Übernahme der Wallfahrt)
- Besonderheit: Marienwallfahrtsort
- Besuch: Kirche frei zugänglich, Teilnahme an Gottesdiensten möglich
- Hinweis: Aktive Ordensgemeinschaft vor Ort

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