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Wenige Spuren zwischen Hafenstadt, Handel und Relikten

Hamburg steht in meiner Klosterliste eher am unteren Ende. Das liegt nicht daran, dass es hier keine klösterliche Geschichte gäbe, sondern daran, dass von den meisten Anlagen heute nur noch wenige Spuren erhalten sind. Wer auf große Klosterensembles, Kreuzgänge oder weitläufige Klosterhöfe hofft, wird in der Hansestadt nicht fündig.

Die Geschichte Hamburgs wurde stärker von Handel, Hafen und Bürgertum geprägt als von Klöstern. Die meisten Konvente entstanden als Niederlassungen von Bettelorden oder als Stifte innerhalb der Stadtmauern und waren eng in das städtische Leben eingebunden. Mit der Reformation wurden viele von ihnen aufgehoben oder umgenutzt, spätere Stadtentwicklung und Kriegszerstörungen taten ihr Übriges. Erhalten blieben vor allem einzelne Kirchen, wenige Stiftsanlagen und historische Erinnerungen an eine klösterliche Vergangenheit, die heute oft hinter moderner Bebauung verborgen liegt.

BundeslandOrtKlosterOrdenWas ist erhalten / erlebbarWebsite / InfoHinweis
HamburgHamburgKloster St. Johannis (Altkloster)Zisterziense-rinnenDamenstift bis heutehttps://www.stjohannis-hamburg.deerhaltenes Stift
HamburgHamburg
(optional)
Kloster HarvestehudeZisterziense-rinnenUmfeld, Ortsbezughttps://www.kirche-harvestehude.deKlosteranlage verloren
HamburgHamburg (optional)Kloster St. Maria MagdalenaDominikane-rinnenKeine erhaltene Klosteranlagehttps://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_St._Maria_Magdalena_(Hamburg)nur Historischer Standort
HamburgHamburg (optional)Franziskanerkloster HamburgFranziskanerKeine sichtbaren Restehttps://de.wikipedia.org/wiki/Franziskanerkloster_Hamburgnur Früher Stadtklosterstandort

Hamburg hat mir auch gezeigt, dass sich nicht jede Klosterlandschaft gleich gut erschließen lässt. Viele der historischen Standorte liegen mitten im dichten Stadtgefüge. Verkehr, Parkplatzsuche und die oft eingeschränkte Zugänglichkeit der Anlagen machen spontane Entdeckungen schwieriger als in ländlichen Regionen. Während man in Niedersachsen häufig durch Klostertore spaziert und über Höfe und Kreuzgänge schlendert, bleiben in Hamburg viele Spuren hinter Mauern, Zäunen oder modernen Nutzungen verborgen.

Das Stift St. Johannis geht auf eine Gründung des 13. Jahrhunderts zurück und gehört zu den ältesten noch bestehenden Stiftsanlagen Hamburgs. Ursprünglich lebten hier unverheiratete Frauen in einer religiös geprägten Gemeinschaft. Das Stift besteht bis heute fort und wird weiterhin zu Wohnzwecken genutzt.

Bei meinem Besuch zeigte sich allerdings schnell die Kehrseite dieser Kontinuität: Die Anlage ist privat und nicht öffentlich zugänglich. Selbst ein Blick in den Garten war nicht möglich. So blieb der Besuch auf den Eindruck von außen beschränkt – interessant als historischer Ort, aber nur eingeschränkt erlebbar.

Wissensbox

  • Orden: Zisterzienserinnen
  • Gründung: 1247
  • Aufhebung: 1530 (Reformation)
  • Erhalten: Klosteranlage mit Kirche
  • Besonderheit: Kontinuität als Damenstift
  • Hinweis: Evangelisch geprägt

Das ehemalige Kloster Harvestehude selbst ist vor Ort kaum noch erkennbar. Die Geschichte lebt vor allem in Ortsnamen wie „Harvestehude“ oder „Klosterstern“ weiter. Die heutige Kirche St. Johannis-Harvestehude erinnert mit ihrem Namen an diese Vergangenheit, entstand jedoch erst Ende des 19. Jahrhunderts und gehört nicht zur mittelalterlichen Klosteranlage.

Wissensbox

  • Orden: Zisterzienserinnen
  • Gründung: 1295
  • Aufhebung: 1530
  • Erhalten: Ortsbezug
  • Besonderheit: Verlagerung des Konvents
  • Hinweis: Klosteranlage nicht erhalten
Optionale / historische Standorte

Das Kloster St. Maria Magdalena war ein Dominikanerinnenkloster in der Hamburger Altstadt. Heute ist der Standort nur historisch überliefert.

Wissensbox

  • Orden: Dominikanerinnen
  • Gründung: 14. Jahrhundert
  • Aufhebung: 1530
  • Erhalten:
  • Besonderheit: Stadtkloster
  • Hinweis: Keine sichtbaren Reste


Das Franziskanerkloster gehörte zu den frühen Bettelordensniederlassungen Hamburgs. Vom Kloster sind heute keine baulichen Reste mehr erhalten.

Wissensbox

  • Orden: Franziskaner
  • Gründung: 13. Jahrhundert
  • Aufhebung: 1529
  • Erhalten:
  • Besonderheit: Bettelorden in der Handelsstadt
  • Hinweis: Historischer Standort

Kloster St. Pauli wurde um 1247 als Zisterzienserinnenkloster gegründet und zählt zu den ältesten klösterlichen Einrichtungen Hamburgs. Nach der Reformation wurde das Kloster nicht aufgehoben, sondern als evangelisches Damenstift weitergeführt. Die mittelalterliche Anlage ist heute nicht mehr erhalten, doch die Stiftung besteht bis heute fort und unterstützt soziale und kirchliche Aufgaben. Damit gehört St. Pauli zu den wenigen Hamburger Klostergründungen, deren Tradition über viele Jahrhunderte hinweg bewahrt wurde.

Wissensbox

  • Orden: Zisterzienserinnen
  • Gründung: 1247
  • Lage: Hamburger Berg (westlich der mittelalterlichen Stadt)
  • Aufhebung / Wandel: Verlagerung des Konvents, städtische Überformung
  • Erhalten:
  • Besonderheit: Keimzelle der späteren Siedlung St. Pauli
  • Hinweis: Kein erlebbares Kloster, keine baulichen Reste; Stiftung besteht weiter

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