Überblick
Kappadokien steht schon seit vielen Jahren und dabei auch lange als Zugpferd auf dem RSD-Programm. Wir haben die Rundreise jetzt im späten November mitgemacht und sie war in vieler Hinsicht schön – vor allem landschaftlich. Die Täler um Göreme, die Feenkamine, die weiten Tufflandschaften und die Felskirchen gehören ohne Zweifel zu den eindrucksvollsten Regionen der Türkei. Gleichzeitig hatte diese Tour für uns einen komplett anderen Charakter als die Balkanreise zuvor. Der Balkan zeigte sich in Aufbruchstimmung, die Türkei der vielen Touries überdrüssig. Vielleicht lag es mit am Reiseleiter, vielleicht an der Tatsache, dass die Hotels und Restaurants spürbar ausgelaugt wirkten. Vielleicht auch am Reisetermin selbst: Der November ist deutlich ruhiger, aber eben auch der Moment, in dem eine Saison fast durch ist.
Dank der interessanten Ziele fühlte sich die Reise gut, jedoch im Ganzen „abgearbeitet“ an – als hätten alle keine rechte Lust mehr auf eine weitere Gruppe.

Die Route selbst ist klassisch aufgebaut: zwei große Fahrtage zwischen Antalya und der Kappadokien-Region, jeweils mit kleineren Besichtigungen unterwegs, und zwei Hauptaufenthalte – Antalya am Anfang/ Ende und die Kappadokien-Region als Kernstück.
Die Tage sind gefüllt mit geplanten und fakultativen Besichtigungen und wer alles sehen möchte, kommt um das Entdeckerpaket kaum herum. Es ist empfehlenswert, aber realistisch betrachtet auch nahezu alternativlos, weil ohne die Zusatzpakete nur die langen Busstrecken und ein unverplanter Tag im ersten Hotel übrig bleiben würden und einige Wartezeiten “vor der Tür” dazukämen.
Trotz dieser Einschränkungen: Die Highlights der Reise lohnen sich. Die Felsformationen und die Städte mit den Höhlenhäusern sind beeindruckende Orte – selbst im November, mit kühlerer Luft und frühem Sonnenuntergang, dafür jedoch weniger Betrieb. Dazu kommt der günstige Preis, der auch besonders auffällt, wenn man die Entfernungen und auch die nicht gerade zimperlichen Eintrittspreise für Touries in der Türkei einbezieht. (Instagram-Video)
Tag für Tag – unser Reiseverlauf
Tag 1 – Ankunft in Antalya
Der Start in den Tag war für den November ungewöhnlich: Beim Abflug mussten die Tragflächen zunächst enteist werden. Bei der Landung hätte der Gegensatz zur deutschen Novemberkälte kaum größer sein können – in Antalya erwarteten uns 25 Grad und strahlende Sonne.







Wir kamen zeitig an und konnten den Nachmittag mit einem Spaziergang zum Strand verbringen – warmes Licht, Wellenrauschen und ein erster Hauch von Urlaub nach dem grauen Herbst zuhause. Hier geht es zum kleinen Video.



Tag 2 – Manavgat: Moschee, Flussfahrt & Strand
Der zweite Tag war abweichend vom Reiseplan ebenfalls ruhig und erholsam, da wir ihn in Antalya verbrachten. Die Planänderung hatte sich aus den späten Ankunftszeiten der anderen Flieger aus Deutschland ergeben, wir waren da wohl die Ausnahme.
Um den Tag sinnvoll nutzen zu können, bot sich das “Entdeckerpaket” an. Die Alternative wäre eine Wanderung zum Strand gewesen, von dem das Hotel eineinhalb Kilometer entfernt lag.
Der Ausflug führte uns nach Manavgat, wo wir zunächst die große Moschee mit ihren farbenfrohen Mosaiken besuchten.







Anschließend folgte eine Bootsfahrt über den Manavgat-Fluss, dessen blaugrünes Wasser aus dem Taurusgebirge gespeist wird. Leider fuhren wir nur flussabwärts und nicht zu den Wasserfällen flussauf. (Hierfür hätte man eine Tour, etwa über “getyourguide” buchen müssen, die aber, anstelle unserer Strandpause, nur einen ausgiebigen Stopp auf einem Basar beinhaltete.) (Video)








An der Flussmündung erreichten wir die Landzunge mit dem Caretta-Caretta-Schildkrötenstrand. Dort verbrachten wir eine sonnige Badepause und machten einen Spaziergang bis zum kleinen Leuchtturm. Mittagessen gab es auf dem Schiff.








Besonders angenehm – In der Nebensaison ist der Fluss fast menschenleer; die meisten Ausflugsboote liegen dann bereits im Trockendock. (Video)
Wusstest du, dass…
…der Manavgat-Fluss gleich zwei Staustufen besitzt, die nicht nur der Stromerzeugung dienen, sondern auch einen großen Teil der Trinkwasserversorgung der Region sichern? An der Mündung ist eine natürliche Sandbank entstanden, die sich durch Strömung und Wellengang ständig verändert. Die Sandbank bildet eine Art schmale Landzunge, auf der man sowohl das Süßwasser des Flusses, als auch das Mittelmeer nur wenige Schritte voneinander entfernt hat. Je nach Jahreszeit verschiebt sich die Form der Sandbank. Die besondere Mischung aus Süß- und Salzwasser schafft ein kleines Brackwasser-Ökosystem, das für Zugvögel, Fische und Schildkröten attraktiv ist. Fluss und Meer haben oft deutlich unterschiedliche Temperaturen – ein Effekt, den man beim Baden sofort merkt.
Tag 3 – Durch das Taurusgebirge bis Kappadokien
Tag drei war ein langer Reisetag mit rund 500 Kilometern Strecke. Zunächst führte der Weg durch das Taurusgebirge, das im November noch einmal in kräftigen Herbstfarben leuchtete.

In Konya besuchten wir das Mevlana-Museum, das frühere Derwisch-Kloster. Es ist die Ruhestätte des Mystikers Rumi und ein wichtiger Ort des Sufismus. Die Innenhöfe, die türkisfarbene Kuppel und die Ausstellungsräume vermittelten einen guten Eindruck der spirituellen Tradition dieser Region. (Video)










Wusstest du, dass…
…das Mevlana-Kloster früher ein akademisches Zentrum war, in dem neben Musik und Poesie auch Mathematik, Astronomie und Kalligraphie unterrichtet wurden? Die Derwische führten hier außerdem eine der ältesten bekannten Suppenküchen Anatoliens, die täglich Bedürftige versorgte. Im Mausoleumssaal sind nicht nur Rumi, sondern auch seine engsten Schüler und späteren Ordensführer beigesetzt worden. Jede Grabstele trägt eine eigene Kopfbedeckung, die die Stellung des jeweiligen Derwisch innerhalb des Ordens symbolisiert.

Weiter ging es durch die weite Ebene von Konya, vorbei an Weizenfeldern, Rinderherden und nahezu wüstenartigen Abschnitten.
Kurz vor Kappadokien legten wir einen Halt an der Karawanserei Sultanhan ein, einer mächtigen Selçuken-Anlage aus dem 13. Jahrhundert.









Wusstest du, dass…
…die Karawanserei Sultanhan eine der ersten Einrichtungen war, in der Reisende kostenlos übernachten, essen und sogar ihre Tiere versorgen lassen konnten? Im Selçukenreich galt ein staatlich gefördertes System namens „Imaret“, das allen Händlern auf der Seidenstraße für drei Tage unentgeltliche Unterkunft bot – egal, woher sie kamen. Diese Großzügigkeit sollte den Handel fördern und die Sicherheit auf den Routen erhöhen. Sultanhan war zudem eine der wenigen Karawansereien mit einem zweistöckigen Winterbau, der beheizbar war und speziell für harte Winter in Zentralanatolien konzipiert wurde. Kamele, Pferde und Waren lagerten in den massiven Hallen, während Händler in kleinen, abgeschlossenen Kammern übernachteten.
Ein weiteres Detail: Das monumentale Portal gilt als eines der schönsten Beispiele seldschukischer Steinmetzkunst. Die filigranen Muster symbolisieren Schutz, Segen und den „Weg des Wissens“ – ein Motiv, das sich in vielen Handelsstationen jener Zeit wiederfindet.
Am Abend erreichten wir schließlich Kappadokien – im Mondschein, der den Vulkan und die ersten Felsformationen bereits erahnen ließ. (Video)

Tag 4 – Mustafapaşa, Liebestal, Mönchtal & Göreme

Der Tag begann mit einem fantastischen Sonnenaufgang über der Zauberlandschaft Kappadokiens.
Unsere heutige Rundfahrt stand ganz im Zeichen des UNESCO-Welterbes Kappadokien. (Video)
Wir begannen in Mustafapaşa, einem alten Ort mit Höhlenräumen, historischen Häusern und Spuren griechischer Architektur. Unser Rundgang führte uns zu romantischen Ausblicken zwischen alten Herrenhäusern, verfallenen Höhlenzimmern und vielen Baustellen, wo diese zu neuen Wohnungen und Cave-Hotels ausgebaut werden.









Wusstest du, dass…
…Mustafapaşa bis 1924 den griechischen Namen Sinasos trug und für seine wohlhabenden Kaufleute bekannt war, die Handel bis nach Istanbul und ins heutige Rumänien betrieben? Viele der prunkvollen Häuser im Ort besitzen reich verzierte Steinfassaden mit Reliefs, die Motive aus der griechisch-orthodoxen Tradition zeigen. Einige Gebäude wurden von Steinmetzen aus der Region gebaut, andere wiederum von griechischen Wanderhandwerkern, die damals für ihre feine Ornamentik berühmt waren. Eine Besonderheit sind die unterirdischen Räume, die nicht nur als Lager dienten, sondern oft direkt mit Wohnhäusern verbunden waren – ein typisches Merkmal der alten Siedlungsstruktur in Kappadokien.
Später machten wir eine kleine Wanderung in einem der Liebestäler, das mit einem imposanten steinernen Kamel beeindruckt.








Das erste Highlight des heutigen Tages war das Mönchtal, auch Paşabağ genannt. Das ist eine der bekanntesten Felslandschaften Kappadokiens. Der Name stammt daher, dass frühe Einsiedler einige der Felstürme als Rückzugsorte nutzten. Zwischen den Wegen erheben sich die typischen mehrköpfigen Feenkamine, deren Form mit ihren mehreren Kappen besonders eindrucksvoll ist. Die Landschaft wirkt fast skulptural, mit engen Pfaden, kleinen Höhlenräumen und freien Blicken auf die umgebenden Tuffsteinwände. Einige Spuren der alten Einsiedlerzellen lassen sich heute noch erahnen.










Wusstest du, dass…
…im Mönchtal einer der berühmtesten Einsiedler Kappadokiens lebte: Simeon der Jüngere, der sich im 5. Jahrhundert in einer Felssäule zurückzog?
Sein Beispiel soll später zur Tradition der sogenannten „Säulenheiligen“ beigetragen haben. Die heute sichtbaren Mehrfachkamine gehören zu den ungewöhnlichsten Gesteinsformen der Region: Sie entstehen, wenn mehrere unterschiedlich harte Deckschichten übereinander liegen und der Wind über Jahrtausende jeweils andere Schichten freilegt.
Paşabağ ist außerdem eines der Täler, in dem sich sehr gut beobachten lässt, wie schnell sich Tuffstein tatsächlich verändert — an einigen Stellen sind Risse, Abrutschungen und junge Erosionsspuren deutlich sichtbar.
Zum Mittagessen wurde uns in einem Höhlenrestaurant eine regionale Spezialität aus Töpfen über loderndem Feuer zelebriert und im Anschluss besuchten wir einen Weinkeller und verkosteten den berühmten einheimischen Wein.





Der Tag brachte weitere Highlights, zunächst den Aussichtspunkt auf Göreme.

Das Göreme-Tal mit seinen Felskirchen gehört zu den eindrucksvollsten Orten der gesamten Region. Die Kirchen wurden einst von Mönchen und Einsiedlern aus dem weichen Gestein herausgearbeitet. Viele besitzen mehrere Kammern, Nischen und Altarräume, die sich erst beim Betreten erschließen. Besonders beeindruckend sind die Fresken, die trotz ihres Alters erstaunlich leuchtende Farben bewahrt haben. In einigen Kirchen zeigen sie Szenen aus dem Leben Christi, in anderen geometrische oder symbolische Motive aus der frühchristlichen Zeit. Der Kontrast zwischen dem schlichten Fels und den farbigen Malereien schafft eine besondere Atmosphäre, die sich von den übrigen Tälern Kappadokiens deutlich unterscheidet. Leider darf man in den Kirchen nicht fotografieren, ich habe ein frei verfügbares Foto hinzugefügt (Bildquelle: Link).











Wusstest du, dass…
…einige der Fresken in Göreme aus drei verschiedenen Stilphasen stammen?
Die ältesten Malereien der sogenannten ikonoklastischen Zeit bestehen aus einfachen Kreuzen und geometrischen Mustern. Erst später kamen die farbigen, figürlichen Darstellungen hinzu, die heute am bekanntesten sind. Viele Kirchen besitzen zudem sogenannte „Klosterbänke“ – in den Fels gehauene Sitzbänke, die für gemeinschaftliche Lesungen und Studien genutzt wurden. Manche Höhlenräume zeigen sogar Spuren früherer Schreibstuben.
Ein weiteres Detail: Die Felsenkirchen wurden bewusst in Nord–Süd-Orientierung angelegt, damit die Fresken weniger direktes Sonnenlicht abbekommen. Dieses praktische Detail ist einer der Gründe, warum viele Farben über Jahrhunderte erhalten blieben.
Zum Abschluss des angefüllten Tages besichtigten wir eine der unterirdischen Städte – ein weit verzweigtes System aus Stollen, Kammern und Schächten. Die unterirdischen Städte Kappadokiens gehören zu den faszinierendsten Zeugnissen des frühen Siedlungslebens in der Region. Auf den ersten Blick unscheinbar, öffnen sich hinter den Eingängen verzweigte Systeme aus Gängen, Kammern und Schächten, die tief in den Tuffstein führen. Die Räume liegen oft in mehreren Etagen übereinander und ergeben ein komplexes Netzwerk, das in seinem Umfang erst beim Abstieg erkennbar wird.







Wusstest du, dass…
…die größten unterirdischen Städte Kappadokiens bis zu acht oder neun Ebenen tief reichen und über Dutzende von Luftschächten verfügen? Die Schächte wurden so angelegt, dass selbst bei blockierten Eingängen noch Frischluft nach unten gelangte.
Ein weiteres Detail: Die berühmten Steintüren konnten nur von innen bewegt werden. Viele dieser Türen besitzen kleine runde Öffnungen – sie dienten nicht als „Guckloch“, sondern als Verteidigungsmaßnahme, durch die Speere oder Stangen gestoßen werden konnten, falls Angreifer versuchten, die Tür aufzubrechen.
Tag 5 – Traditionelles Handwerk & Derwisch-Zeremonie
Heute galt unser Programm der traditionellen Kultur der Region. (Video)
Am Vormittag besuchten wir eine Teppichknüpferei, in der uns eine Knüpferin die zeitaufwendigen Techniken und Muster erklärte. Anschließend besichtigten wir eine Töpferei am Roten Fluss, die seit über 150 Jahren in Familienhand ist und neben dem Verkauf ein schönes Museum eingerichtet hat.




Der Nachmittag begann mit einem Spaziergang durch das Höhlen-Dorf Çavuşin, wo Vergangenheit und Gegenwart deutlich spürbar aufeinandertrafen.







Nach einem Granatapfeltee ging die Rundfahrt weiter zu einigen Aussichtspunkten ins Liebestal und später ins Paradiestal, wo sich die Landschaft trotz des diesigen Wetters noch einmal in voller Schönheit zeigte.





Im Paradiestal gab es die Möglichkeit, ein Höhlenhaus mit fünf Etagen zu besichtigen.








Der Tag endete mit einer Derwisch-Zeremonie – ruhig, spirituell und ein würdiger Abschluss unseres Aufenthalts in Kappadokien.




Wusstest du, dass…
…der berühmte Derwisch-Tanz eigentlich eine spirituelle Meditation ist und Sema genannt wird? Die kreisenden Bewegungen stehen symbolisch für die Reise der Seele zu Gott und zurück in die Welt.
Die Derwische drehen sich stets gegen den Uhrzeigersinn, weil diese Richtung in der islamischen Mystik als Annäherung an das Göttliche verstanden wird. Die rechte Hand ist dabei nach oben geöffnet – sie soll den göttlichen Segen empfangen – während die linke Hand nach unten zeigt, um diesen symbolisch an die Welt weiterzugeben.
Ein weiteres Detail: Die Kleidung ist voller Bedeutung. Der hohe Filzhut (Sikke) steht für den Grabstein des Egos, der weiße Rock für die Leichentuchsymbolik, der schwarze Mantel, der vor Beginn abgelegt wird, symbolisiert das alte Selbst, das im Tanz abgelegt wird.
Die UNESCO erklärte den Sema-Ritus 2008 zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit.
Tag 6 – Ballonfahrt & Rückreise
Für einen Teil unserer Gruppe begann der Tag mit einer Ballonfahrt über die Feenfelsen – im Licht des Sonnenaufgangs und bei klarer Sicht. Über hundert bunte Ballons stiegen gleichzeitig auf und boten einen eindrucksvollen Blick über die Täler. Wer die Fahrt mitgemacht hat, war zurecht begeistert und hat den Einsatz nicht bereut! (Video)




Unsere ganz persönliche Erfahrung: Wir hatten uns im Vorfeld natürlich über Preise informiert und bei Anbietern wie “getyourguide” sehr günstige Angebote zum Saisonende gefunden. Die Organisation, mit der wir vor Ort unterwegs waren (nicht RSD selbst), bot die Ballonfahrten allerdings zum etwa doppelten Preis an. Eigentlich hätten wir uns gerne selbst etwas organisiert, doch das erwies sich als kaum möglich: Hotelzuweisung, Starttag der Mitreisenden und genaue Abläufe der Tagesausflüge standen jeweils erst sehr kurzfristig fest. Auch die Idee, mit dem Taxi direkt zu einem Startplatz zu fahren, scheiterte letztlich daran, dass wir vom Reiseleiter keine verlässlichen Informationen erhielten. Am Ende hatten wir trotzdem Glück und konnten das Spektakel der startenden Ballons frühmorgens direkt vom Hotel aus beobachten – ein wunderschöner Anblick, auch ohne eigene Fahrt.

Danach begann die Rückfahrt nach Antalya, unterbrochen von einem kurzen Halt an einer restaurierten und bewirtschafteten Karawanserei. Die Strecke führte erneut durch die Ebene von Konya und über das Taurusgebirge, bis wir am Abend wieder Antalya erreichten.
Tag 7 – Sonniger Abschluss in Antalya
Der letzte Tag begrüßte uns nochmals mit Sonnenschein. Am Vormittag standen Besuche beim Schmuck- und später bei einem Lederwarenhändler auf dem Programm.
Wir legten einen kurzen Stopp beim Wasserfall ein und machten eine sonnige Mittagspause am Meer. (Video)




Den Nachmittag verbrachten wir in der Altstadt von Antalya. Die Altstadt von Antalya, Kaleiçi, ist ein kompakter historischer Kern, der sich rund um den alten Hafen erstreckt. Enge Gassen, osmanische Häuser mit Holzerkern und kleine Innenhöfe prägen das Bild. Dazwischen liegen zahlreiche Cafés, Handwerksläden und restaurierte Karawansereien, die den Charakter der Altstadt prägen.


















Entlang der alten Stadtmauern öffnen sich immer wieder kleine Aussichtspunkte auf das Meer und den Hafen, der von steilen Felswänden eingefasst ist.




Wusstest du, dass…
…Kaleiçi bis heute einen Stadtgrundriss besitzt, der zum Teil aus römischer Zeit stammt? Die heutigen Gassen folgen noch immer den Linien der spätantiken Stadtmauer, die später von Byzantinern und Osmanen weiter ausgebaut wurde.
Viele der traditionellen osmanischen Häuser waren früher Sommerresidenzen wohlhabender Kaufleute, die die kühle Brise vom Meer nutzten. Charakteristisch sind die hölzernen Erker (cumba), die Schatten spenden und gleichzeitig den Blick in die Straßen ermöglichen.
Der alte Hafen diente bis ins 20. Jahrhundert hinein als wichtiger Umschlagplatz für Zitrusfrüchte und Holz aus dem Hinterland. Erst mit dem Bau des modernen Frachthafens verlagerte sich der Schiffsverkehr – der alte Hafen blieb als malerische Kulisse erhalten.
Tag 7 – Rückreise
Am nächsten Nachmittag traten wir den Rückflug an – zurück in den Alltag, aber mit Sonne auf der Haut und vielen Eindrücken und dem einen oder anderen Souvenir im Gepäck.
Fazit
Die Rundreise bot viele eindrucksvolle Momente: die weiten Felslandschaften, die farbigen Täler, die Höhlenkirchen und die unterirdischen Städte gehören zu den Orten, die man sich lange merkt. Besonders im November entsteht eine eigene Atmosphäre aus mildem Licht, ruhigen Wegen und einer Landschaft, die in dieser Jahreszeit etwas zurückgenommener wirkt.
Auch die Tage in Antalya – zwischen Strand, Hafen und Altstadt – bildeten einen angenehmen Rahmen für die Reise. Auch wenn an vielen Stellen die örtliche Durchführung unaufmerksam und unlustig war, konnten die besonderen Orte der Tour das in unseren Augen gut ausgleichen.
Insgesamt bleibt eine abwechslungsreiche Woche zwischen Küste und Zentralanatolien: mit schönen Aussichten, interessanten Einblicken und einer Region, die besonders außerhalb der Hauptsaison ihre Reize zeigt. Für alle, die Kappadokien noch nicht kennen, ist diese Tour eine gute Möglichkeit, einen sehr guten ersten Eindruck zu gewinnen. (Video)
Was es noch zu sagen gäbe
Die Hotels ließen an vielen Stellen zu wünschen übrig; eine positive Ausnahme bildete allerdings das Haus in Kappadokien. Die Buffets waren teils eher einfach gehalten. Da wir kein Abendessen gebucht hatten, waren wir darüber im Nachhinein nicht unglücklich. Wir hatten uns auf eine gewisse Selbstversorgung eingestellt, doch selbst im späten Jahresverlauf gab es überall ausreichend Einkaufsmöglichkeiten und Gelegenheiten für einen kleinen Imbiss.
Die Fahrtstrecken sind lang, werden aber durch die abwechslungsreiche Landschaft und regelmäßige Stopps aufgelockert. Die Tage sind dicht gefüllt mit Besichtigungen – im Hotel ist man eigentlich nur zum Essen und Schlafen.
Ein praktischer Hinweis: Unser Busfahrer stellte unterwegs stets Trinkwasser bereit. Wer sich selbst versorgen möchte, sollte dennoch einen kleinen Wasserkocher im Gepäck haben. Zudem entfällt im Nicht-EU-Ausland die Handy-Flat; in den Hotels und den meisten Restaurants ist WLAN aber frei nutzbar. Für unterwegs empfiehlt es sich, die benötigten Kartenausschnitte bei Google Maps vorab offline herunterzuladen – so bleibt man auch ohne Netz gut orientiert.
Mehr erfahren? – Unsere anderen RSD-Reiseberichte findet ihr hier.

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